Wettbewerb um gute Mitarbeiter
Für Arbeitnehmer ist es immer wichtiger, ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Mit einem entsprechenden Angebot können vor allem kleine und mittlere Unternehmen punkten. Eine Umfrage zeigt, was bei Mitarbeitern hoch im Kurs steht.
Arbeitnehmer-Umfrage: Flexible Arbeitszeiten immer wichtiger
Unternehmen, die mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben, sollten überlegen, ihre Stellen flexibler auszuschreiben. Vor allem Arbeitszeiten als auch Arbeitsort sollten möglichst frei gestaltet werden können. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Jobportals Indeed hervor.
Befragt wurden 1.069 Arbeitnehmer in Deutschland. Für viele ist ein flexibles Arbeitszeitmodell inzwischen ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Jobauswahl, wie die Umfrage ergeben hat. Rund drei Viertel der Deutschen halten diese Flexiilität für wichtig, 35 Prozent sogar sehr wichtig.
Viele Modelle sind nur scheinflexibel
Allerdings scheinen die Arbeitnehmer den Bedürfnissen längst nicht immer nachzukommen. So gab zwar immerhin etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, dass ihr Arbeitgeber flexible Modelle anbietet. Doch diese sind beim zweiten Hinsehen offenbar eher scheinflexibel.
Denn obwohl 39 Prozent der Arbeitnehmer gelegentlich im Home-Office arbeiten können, gibt es darüber hinaus kaum Regelungen zur Wahl des Arbeitsorts. Vollkommene Flexibilität haben hier nur acht Prozent der Arbeitnehmer.
Auch wirklich flexible und unabhängige Arbeitszeiten stehen nur für 24 Prozent zur Wahl. Für die meisten Befragten (74 Prozent) gibt es immerhin „Kernarbeitszeit mit Gleitzeit“. Bei rund einem Fünftel erschöpft sich die zeitliche Flexibilität in der Möglichkeit, an bestimmten Tagen etwas früher zu gehen.
Andere Modelle wie geteilte Arbeitsplätze – Job-Sharing – oder auch begrenzte Auszeiten wie das sogenannte Sabbatical gibt es in Deutschland kaum. Ein Sabbatical können nur zehn Prozent der Arbeitnehmer nutzen, das Job-Sharing bieten lediglich fünf Prozent der Arbeitgeber an.
Laut Frank Hensgens, Indeed-Geschäftsführer Deutschland, können vor allem kleine und mittlere Unternehmen mit „wirklich örtlicher und zeitlicher Flexibilität punkten“. Denn dort ließen sich die Modelle meist ohne Reibungsverluste einführen. „Die Folge ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Konzernen im Werben um talentierte Mitarbeiter“, so Hensgens.
Besonders entscheidend ist laut Umfrage ein flexibles Modell an Standorten außerhalb von Ballungszentren. Denn für rund 40 Prozent der Arbeitnehmer ist der Arbeitsort das Kriterium Nummer Eins bei der Jobauswahl.
