Firmenübernahme
Der Verkauf von Novago ist perfekt. Neuer Eigentümer des polnischen Entsorgers ist die Investmentgesellschaft China Everbright International. Der Investor aus Hongkong will in Mittel- und Osteuropa seine Technologien auf den Markt bringen.
Chinesischer Investor steigt in Polens Abfallmarkt ein
Wie der Investor China Everbright International (CEI) mitteilt, gehören ihm seit 29. August 100 Prozent der Anteile am polnischen Abfallwirtschaftsunternehmen Novago. Der Kaufpreis betrug rund 123 Millionen Euro, einschließlich eines Aktienkaufpreises von 118 Millionen und fünf Millionen Euro für die Landesbank. Mit der Übernahme wird die in Hongkong ansässige Investmentgesellschaft erstmals auf dem europäischen Entsorgungsmarkt aktiv.
Nach eigenen Angaben behandelt Novago jährlich über 860.000 Tonnen Siedlungsabfälle, vorwiegend in mechanisch-biologischen Anlagen (MBA). Verarbeitet wird das Material in sechs Anlagen in den vier Provinzen Warschau, Olsztyn (Allenstein), Posen und Bydgoszcz (Bromberg). Darüber hinaus bezeichnet sich das Unternehmen selbst als größten Ersatzbrennstoffproduzenten Polens. Die Produktionskapazität liege bei 300.000 Tonnen pro Jahr, beliefert werde vor allem die Zementindustrie.
Novago wurde 1992 unter dem Namen Zakład Usług Komunalnych (USKOM) gegründet und 2015 umfirmiert. Heute beschäftigt der Entsorger 400 Mitarbeiter. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Janusz Arent übernahm 2003 die Mehrheitsanteile an dem Unternehmen. Zehn Jahre später gingen 60 Prozent der Anteile an die Beteiligungsgesellschaft Abris Capital Partners.
Nun gehört Novago zu 100 Prozent der Investmentgesellschaft China Everbright International. Deren Geschäftsführer Chen Xiaoping kommentierte die Übernahme wie folgt: „Wir sind sehr erfahren, was Abfallverbrennungstechnologien und Anlagenbau betrifft. Und Novago ist der größte unabhängige Entsorgungsunternehmen fester Abfälle in Polen. Wir hoffen vom Einfluss des Unternehmens in Polen zu profitieren, um unsere Technologien im Bereich Umweltschutz, erneuerbare Energien und Anlagenbau in Mittel- und Osteuropa zu positionieren.“
