Marktbericht für NE-Metalle
Nickel ist trotz starker Nachfrage der große Verlierer an den Metallmärkten. Auch die Notierungen der meisten anderen Industriemetalle zieht es nach unten. Die Schrottpreise entwickeln sich nur unwesentlich besser. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.
Preise für Nickelschrott geben nach
Der Run auf Nickel hält an. Das Legierungsmetall ist so gefragt wie lange nicht mehr. Knapp 460.000 Tonnen hat allein China in der ersten Hälfte dieses Jahres verbraucht. Das sind rund 30 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015.
Ob die Volksrepublik damit auch ihren kompletten Bedarf decken konnte, ist allerdings fraglich. Experten zufolge übersteigt die Nachfrage das Angebot auf dem globalen Nickelmarkt. In diesem Jahr rechnen sie mit einem Defizit von 70.000 Tonnen. Im nächsten Jahr soll es gar 100.000 Tonnen betragen.
Weniger als 10.000 US-Dollar für Nickel
Den Preisen dürfte diese Entwicklung Auftrieb verleihen. Zumindest mittel- bis langfristig. In dieser Handelswoche dagegen sind keine positiven Effekte zu verzeichnen. Im Gegenteil: Mit den Preisen für Nickel ging es steil nach unten. Sie stürzten unter die Marke von 10.000 US-Dollar, wie der Blick zur Londoner Metallbörse (LME) zeigt.

Dass Nickel trotz der gestiegenen Nachfrage an Wert verlor, liegt Experten zufolge unter anderem an Indonesien. Das südostasiatische Land ist der größte Nickellieferant weltweit und hat in jüngster Zeit deutlich mehr Nickel exportiert.
Nickel ist aber nicht der einzige Verlierer in dieser Woche. Auch die meisten anderen Notierungen für Industriemetalle mussten Einbußen hinnehmen. Aluminium gab um 44 US-Dollar nach. Die Tonne notierte bei 1.622 US-Dollar. Kupfer kostete 4.617 US-Dollar pro Tonne. Das sind rund 55 US-Dollar weniger. Zinn verlor 70 US-Dollar. Die Tonne erlöste 18.800 US-Dollar.
Aufwärts ging es nur mit Zink und Blei. Allerdings fielen die Zugewinne bescheiden aus. Blei legte um 20 US-Dollar zu. Die Tonne erzielte 1.878 US-Dollar. Zink wechselte für 2.318 US-Dollar den Besitzer. Das entspricht einem Plus von nicht ganz 15 US-Dollar.
Nickelschrott büßt bis zu 30 Euro ein
Von der großen Nickel-Nachfrage haben in den zurückliegenden Monaten auch die Preise für Nickelschrott profitiert. Das werden sie wahrscheinlich auch künftig tun. Doch in dieser Woche gerieten sie – vermutlich ausgelöst durch die erhöhten Nickelexporte aus Indonesien – unter Druck. Sie gaben jedenfalls nach, wie der Preiserhebung des Verbandes Deutscher Metallhändler (VDM) zu entnehmen ist.
V2A (Alt- und Neuschrott) etwa musste Verluste von 20 Euro am unteren und 30 Euro am oberen Ende hinnehmen. Vor drei Wochen sah es noch so aus, als könnte diese Schrottart die 1.000-Euro-Marke knacken. Doch daraus wird wohl vorläufig nichts. Die Preise reichten in dieser Handelswoche von 930 bis 940 Euro.
V4A (Alt- und Neuschrott) konnte zwar am unteren Ende 50 Euro zulegen, musste am oberen Ende aber ebenfalls ein Minus von 30 Euro verkraften. Die Preisspanne schrumpfte hier auf 1.250 bis 1.270 Euro zusammen.
Plus für Blei- und Kupferschrott
Ganz ähnlich fällt die Wochenbilanz für Aluminiumschrott aus. Profilschrott (Alter) gewann am unteren Ende 30 Euro hinzu, büßte am oberen Ende dafür 20 Euro ein. Für die Tonne wurden Preise zwischen 1.470 und 1.500 Euro aufgerufen.
Auch bei Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) schmolz die Preisspanne zusammen. Sie lag zwischen 1.430 und 1.500 Euro. Das bedeutete am oberen Ende ein Minus von 20 Euro. Am unteren Ende blieb der Preis stabil.
Geringfügige Veränderungen gab es bei Altzink. Am unteren Ende ging es hier mit den Preisen 10 Euro abwärts, am oberen Ende in derselben Größenordnung aufwärts. Die Tonne wurde für 1.600 bis 1.660 Euro gehandelt.
Geschlossen nach oben zeigten die Preiskurven dagegen bei Weichbleischrott. Die Tonne verteuerte sich innerhalb der letzten sieben Tage auf 1.440 bis 1.530 Euro. Das sind am unteren Ende 20 und oberen Ende 40 mehr als in der Vorwoche.
Auch für Kupferschrott verlief die Woche positiv. Die Zugewinne fielen zwar moderat aus. Doch immerhin konnte Kupferschrott den Abwärtstrend der letzten Wochen stoppen. Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) stieg um bis zu 80 Euro pro Tonne auf 4.050 bis 4.170 Euro. Für Schwerkupferschrott (Keule) wurden Preise zwischen 3.750 und 3.780 Euro aufgerufen, was einer Verteuerung von 30 Euro sowohl am unteren als auch am oberen Ende entspricht.




