Logistiksoftware
Bei Logistikzentren schwankt häufig die Auslastung an Entladerampen und -toren. Ein Logistikberater hat nun eine Webanwendung entwickelt, um die Standzeiten zu minimieren. Auch Recyclingunternehmen könnten damit Kosten und Fehlerrisiken senken.
Gleichmäßige Auslastung an Entladerampen
Just-in-time-Lieferungen gehören auch in der Wertstofflogistik inzwischen zum Standard. Das Problem: An den Entladerampen und -toren geht es mal hektisch, mal relativ ruhig zu. Mit seinem GateScheduler will der Nürnberger Logistikberater Städtler nun Abhilfe schaffen und den Ablauf verstetigen.
Die Software ist dem Unternehmen zufolge ein Add-on zum hauseigenen Frachtmanagementsystem LP/2. Über den GateScheduler könnten Transporteure einzelne Tore des Materialempfängers direkt online buchen, sich also Zeitfenster reservieren. Dabei seien Serienbuchungen regelmäßiger Transporte sowie schnelle Umbuchungen beispielsweise bei Unterbesetzung oder beschädigten Toren kein Problem. Zudem könnten Transporte außerhalb von LP/2 manuell verbucht werden, so Städtler.
Zunächst werden die Transporte auf der Website per LP/2 eingestellt. Nach dem Log-in sieht jeder Lieferant seine Transporte. Anschließend verbucht er seine Lieferungen auf die noch freien Slots und Tore. Bei höherem Zeitbedarf können mehrere, aufeinanderfolgende Zeiten gebucht werden. Die Größe der Slots ist je Tor und Uhrzeit variabel einstellbar.
Kürzere Standzeiten
Im Ergebnis, verspricht Städtler, werden sich ankommende und abfahrende Fahrzeuge selbsttätig synchronisieren. Dadurch würden Standzeiten minimiert und das Lagerpersonal deutlich gleichmäßiger ausgelastet. Ein weiterer Vorteil sei die präzise und transparente Auswertung: Das Erfassen der tatsächlichen Ankunft- und Abfahrtzeiten liefere die Datenbasis für Gespräche mit schlecht koordinierenden Spediteuren.
Seit kurzem setzt auch Suez Environment auf die Rampensteuerungssoftware. Im speziellen Fall geht es um die Kunststoffabfalltransporte des französischen Entsorgungsdienstleisters an den Recycler Quality Circular Polymers (QCP) mit Sitz im niederländischen Sittard-Geleen. Dort sollten die stark schwankenden Auslastungen an den zwei Entladerampen und den zwei Entladeplätzen außerhalb des Geländes geglättet werden.
Via GateScheduler können laut Städtler nun die Lastwagen mit jeweils durchschnittlich 21 Tonnen Kunststoffabfällen optimal zugeordnet und die gleichmäßige Auslastung sichergestellt werden.




