Bilanz für 2015
2015 verlief für den kommunalen Entsorger Awigo bestens. Das Ergebnis hat sich mehr als verdoppelt, das Abfallaufkommen ist ebenfalls gestiegen. Der Einstieg in das Verwertungsgeschäft lohnt sich offenbar.
Ergebnissprung für Awigo
Die Entsorgungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück, Awigo, hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Jahresüberschuss von 2,61 Millionen Euro abgeschlossen. Für den kommunalen Entsorger ist es das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2014 erzielte Awigo noch einen Gewinn von rund 1,1 Millionen Euro.
Als Gründe für den Ergebnissprung nennt Awigo-Geschäftsführer Christian Niehaves unter anderem die Entwicklung des Gewerbekundengeschäfts. Gewerbliche Kunden im Osnabrücker Land hätten sich vermehrt entschlossen, mit Awigo im Bereich Abfallentsorgung zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus hätten sich auch die Erlöse bei der Vermarktung von Sekundärrohstoffen verbessert, unter anderem auch deshalb, weil das Abfallaufkommen in der Region gestiegen sei.
Neue PPP-Gesellschaften geplant
Zu den Meilensteinen für 2015 zählt Awigo den Start des Tochterunternehmens Awigo Logistik, das seit Anfang 2015 für die operative Müllabfuhr im Kreis Osnabrück zuständig ist. An Awigo Logistik ist das Kommunalunternehmen zu 51 Prozent beteiligt, die übrigen Anteile liegen bei Remondis Region Nord. Darüber hinaus fiel bei Awigo die Entscheidung, die Unternehmensgruppe um zwei zusätzliche Tochtergesellschaften zu erweitern. Damit will der Kommunalentsorger „tiefer in das Tätigkeitsfeld der Verwertung einsteigen“, wie es Awigo im Jahresbericht für 2015 ausdrückt.
Geplant ist demnach, für die Stoffströme Bioabfall und Sperrmüll je eine neue Public-Private-Partnership (PPP)-Gesellschaft zu gründen. Damit soll auch verwertungsseitig eine enge Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen gestaltet werden. Laut Awigo laufen die Dienstleistungsverträge für die Weiterverarbeitung der eingesammelten Sperr- und Bioabfälle in absehbarer Zeit aus. Während der Vertrag über die Biomüllkompostierung mit der Kompostierungsgesellschaft Region Osnabrück (K.R.O.) zum 31. Dezember 2020 endet, steht für den Stoffstrom Sperrmüll bereits ein Wechsel zum 1. Januar 2017 an.
Bei Sperrmüll soll das neu zu gründende Unternehmen die Sortierung und Vermarktung beziehungsweise Entsorgung des Materials von Stadt und Landkreis Osnabrück übernehmen. Bei der Verwertung der regionalen Bioabfälle wird im Gegensatz zum bisherigen Anlagenkonzept der K.R.O. eine Kompostierung inklusive Teilstromvergärung angestrebt. Für beide Auftragsvergaben sind europaweite Ausschreibungen durchzuführen.
Insgesamt sammelte Awigo bei den rund 350.000 Osnabrückern rund 43.000 Tonnen (2014: 42.000 Tonnen) Hausmüll ein. Der Abfall wird im Helector Recyclingcenter Osnabrück nach dem Trockenstabilat-Verfahren aufbereitet. Hinzu kamen rund 26.000 Tonnen Papier und Pappe (2014: 25.000 Tonnen), 24.000 Tonnen Biomüll und 12.000 Tonnen Sperrmüll. Außerdem entsorgte Awigo im vergangenen Jahr 55.000 Tonnen Grünabfall und 3.600 Tonnen Elektrogeräte.