Verwertung biogener Reststoffe
Kürzere Verarbeitungszeit und höhere Biogasausbeute - das verspricht ein neues Vergärungsverfahren für Biogasanlagen. Entstanden ist es aus der Kooperation eines Mittelständlers und mehrerer Forschungsinstitute in Frankreich. Die Pilotanlage läuft bereits.
Neue Technologie für kleine Biogasanlagen
Das französische Unternehmen Arkolia Energies hat eine neue Technologie für kleine Biogasanlagen vorgestellt. Sie hört auf den Namen Arkométha und soll Bioabfälle, Gras und Energiepflanzen sowie Gülle effizient vergären. Die Entwicklung wurde von der französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft mit vier Millionen Euro unterstützt.
Neben Arkolia Energie waren das französische Institut für Agrarforschung (INRA), das Institut für angewandte Wissenschaften (INSA) und die Universität Grenoble an dem Vorhaben beteiligt. Wie es seitens der Entwickler heißt, basiert das Verfahren auf einer unterteilten Fermentierung mit unterschiedlichen Temperaturniveaus. Jeder Teil funktioniere als eine Art Mini-Reaktor, der die optimalen Bedingungen für die entsprechenden Bakterienpopulationen garantiere.
Kürzere Verarbeitungszeit
Zunächst wird das Inputmaterial in einem Fermenterteil auf 65 bis 70 Grad Celsius erhitzt. In der Folge bilden sich Fettsäuren. Diese würden anschließend im zweiten Fermenterteil auf 55 Grad Celsius heruntergekühlt und letztlich in Biogas umgewandelt.
Den Forschern zufolge verkürzt das die Verarbeitungszeit des Substrats in der Anlage auf 15/20 Tage. Zum Vergleich: Laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe beträgt die mittlere hydraulische Verweilzeit von Substraten bei einstufigen Prozessen bislang durchschnittlich 58 Tage und bei mehrstufigen Prozessen 101 Tage. Darüber hinaus wird das Substrat zu ungefähr 60 Prozent in Methangas umgewandelt, heißt es. Üblich seien derzeit etwa 50 Prozent.
Ob der Arkométha-Prozess hält, was er verspricht, muss sich erst noch im Dauerbetrieb erweisen. Eine Pilotanlage wurde vor Kurzem auf einem Biobauernhof in Parisot (in der Nähe von Toulouse) errichtet – 120 Hektar Land, 70 Kühe. Dort werden täglich 1.050 Normkubikmeter Biogas erzeugt (circa 1.800 Kilowattstunden) und in einem Biogasmotor mit einer Leistung von 75 Kilowatt elektrischer Leistung verbrannt.
Bei diesem Projekt soll es nicht bleiben. Weitere liefen derzeit auf Bauernhöfen, aber auch im Bereich kommunale und die industrielle Bioabfallverwertung an.


