Jahresbilanz

Mehr Absatz, volle Auslastung, besseres Ergebnis: Der Aluminiumproduzent Trimet kann mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr 2015 zufrieden sein. Unverändert hoch ist vor allem der Aluminiumbedarf im Fahrzeugbau.

Absatzsteigerung für Trimet


Das Unternehmen Trimet Aluminium hat seine Bilanz für 2015/16 (30. Juni) vorgelegt. Demnach schloss die Gruppe das Geschäftsjahr mit einem Konzernumsatz von 1,7 Milliarden Euro ab. Das entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres (rund 1,8 Milliarden Euro). Das bereinigtes Ergebnis lag bei 63 Millionen Euro und damit leicht über 2014/2015. Die Eigenkapitalquote notierte bei soliden 60 Prozent.

Einen kräftigen Zuwachs konnte der Aluminiumproduzent hingegen beim Absatz erzielen. Mit 775.000 Tonnen Aluminium und Gussprodukten konnten im vergangenen Jahr fünf Prozent mehr Produkte abgesetzt werden als im Vorjahr. Wie Trimet mitteilt, waren im zurückliegenden Geschäftsjahr die Kapazitäten der Aluminiumhütten, Gießereien und Umschmelzwerke voll ausgelastet. Dabei seien erweiterte Produktionskapazitäten und modernisierte Anlagen zum Tragen gekommen. Das Familienunternehmen hatte für diese Maßnahmen insgesamt 84 Millionen Euro investiert.

Erhöhte Nachfrage aus dem Fahrzeugbau

Treiber des verbesserten Ergebnis war laut Gruppe insbesondere die gestiegene Produktionsmenge der Trimet-Standorte in Frankreich. Dies kompensierte auch den niedrigen Weltmarktpreis für Aluminium. Zudem war die Aluminiumnachfrage unverändert hoch.

Laut Trimet sorgen der anhaltende Trend der Gewichtsreduktion im Fahrzeugbau sowie immer neue Anwendungsbereiche für einen gesteigerten Mengenbedarf. Neben dem klassischen Antriebsstrang werde Aluminium zunehmend auch in Strukturteilen und Komponenten der Elektromobilität verarbeitet, wie zum Beispiel Batteriegehäusen. Hinzu komme eine wachsende Nachfrage nach Spezialdrähten für Verbindungselemente und elektrische Anwendungen.

Weitere Investitionen geplant

Um dem erhöhten Mengenbedarf gerecht zu werden, plant der Trimet-Konzern auch im laufenden Geschäftsjahr Investitionen an allen Produktionsstandorten. „Die Integration der in den vergangenen Jahren übernommenen Standorte haben wir nahezu abgeschlossen. Jetzt steht neben der kontinuierlichen Optimierung der Produktionsanlagen und der Werkstoffentwicklung die Weiterentwicklung des Herstellungsprozesses an“, sagt Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender von Trimet Aluminium.

Dazu will das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren zusätzlich rund 36 Millionen Euro investieren. Geplant ist, den Elektrolyseprozess in der Aluminiumproduktion so anzupassen, dass er mit schwankenden Strommengen aus Wind- und Sonnenenergie zurechtkommt. Das Verfahren wurde in den vergangenen Jahren entwickelt und soll im industriellen Maßstab getestet werden. Dafür werden bis Ende 2017 sämtliche 120 Öfen einer Elektrolysehalle der Aluminiumhütte in Essen umgerüstet, so Trimet.

„Wir wollen einen entscheidenden Lösungsbeitrag zur Energiewende liefern und gleichzeitig den Nachweis erbringen, dass Industrieproduktion und klimaschonende Energieversorgung nicht nur im Einklang stehen, sondern sich sogar wechselseitig unterstützen können“, betont Iffert.

Qualitatives Wachstum für 2016

Für die Zukunft sieht sich die Unternehmensgruppe gut aufgestellt. Im laufenden Geschäftsjahr werde „qualitatives Wachstum“ erwartet. Dabei wolle man auch nach dem Tod von Heinz-Peter Schlüter auf Kontinuität setzen. Der Trimet Gründer und -Eigentümer war im November 2015 im Alter von 66 Jahren gestorben. Martin Iffert: „Schlüter selbst hat bereits vor einigen Jahren dafür gesorgt, dass die Zukunft der Trimet als unabhängiges Familienunternehmen gesichert ist.“

Trimet wurde 1985 von Hans-Peter Schlüter als Metallhandelsgesellschaft gegründet. Schlüter war deren Alleingesellschafter. 1993 stieg er in die Aluminiumproduktion ein. Heute betreibt der Aluminiumkonzern mit Essen, Gelsenkirchen, Hamburg, Harzgerode, Sömmerda und Voerde sechs Produktionsstandorte in Deutschland. Zudem verfügt er seit Ende 2013 über zwei Fertigungen in Frankreich. Jährlich produziert das Essener Unternehmen rund 3.000 Mitarbeiter etwa 300.000 Tonnen Aluminium und über 10 Millionen Tonnen Gussprodukte.

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