Schutz beim Rückwärtsfahren
Die Freiburger Abfallwirtschaft hat drei neue Müllwagen mit einem elektronischen Rückfahr-Assistenzsystem angeschafft. Mit Hilfe der Technik sollen gefährliche Unfälle beim Zurücksetzen verhindert werden. Das Kamera-Verfahren nutzt eine Laser- und Infrarottechnik.
Assistenzsystem im Müllwagen: Im Notfall Stopp
Um schlimme Unfälle beim Rückwärtsfahren künftig so gut wie möglich auszuschließen, setzt die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) künftig auf ein elektronisches Rückfahr-Assistenzsystem. So wurden bei einer Fuhrparkerweiterung alle drei neuen Müllwagen mit einem Kamera-System der Firma ViSy mit Sitz in Dieburg ausgestattet, teilt die ASF mit.
Das Kamera-Verfahren nutzt Laser- und Infrarottechnik, die ähnlich wie eine Einparkhilfe bei Pkw funktioniert. Drei Kameras scannen fortlaufend den Bereich am Fahrzeugheck. Erkennt die Elektronik ein Hindernis oder eine Person, ertönt zunächst ein Warnsignal. Wird dieses nicht beachtet, stoppt der Müllwagen automatisch. Laut ViSy hat das System unter normalen Umgebungsbedingungen eine Tastweite von über 30 Metern.
Wie die ASF weiter mitteilt, sind elektronische Assistenzsysteme bereits bei Müllfahrzeugen mit Seiten- und Frontlader im Einsatz. Allerdings sei die ASF eines der ersten Unternehmen bundesweit, das Fahrzeuge mit elektrischem Stopp im Heckbereich in Betrieb nimmt. Insgesamt sind in Freiburg täglich rund 30 Lkw für die Abfallsammlung im Einsatz – jährlich legen sie zusammen eine Strecke von rund 600.000 Kilometer zurück.
Gänzlich neu ist die elektronische Hilfe indes nicht. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) rüstet bereits seit 2014 jedes neu angeschaffte Fahrzeug mit dem Sicherheitssystem TailGUARDTM von Wabco aus. Die Berliner Stadtreinigung hat vor zwei Jahren ein Rückfahrassistenz-System ausführlich getestet. Auch in einer neuen Studie wurde das brisante Thema Rückwärtsfahren untersucht und dabei Tipps zur Unfallvermeidung erarbeitet.
