Marktbericht für NE-Metalle
Die Preise für Aluminium und die meisten anderen Industriemetalle sind wieder gestiegen. Und das, obwohl China die Aluminiumproduktion kräftig ankurbelt. Auch Aluminiumschrott verbucht Preissteigerungen. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.
Zugewinne für Aluminiumschrott
Für alle Industriemetalle hatten Rohstoffexperten eine Preiserholung erwartet, nur nicht unbedingt für Aluminium. Denn China, der weltweit größte Aluminium-Hersteller, baut seine Produktion massiv aus. Bis Ende des Jahres könnten 1,3 Millionen Tonnen ehemals stillgelegter Kapazitäten im Reich der Mitte wieder auf vollen Touren laufen. Dazu sollen rund 1,8 Millionen Tonnen neue Produktionskapazitäten kommen, wie das chinesische Research-Institut Antaike berichtet.
Wenn die Daten stimmen, dürfte China bis Jahresende eine Rekordproduktion an Aluminium ansteuern. In der Regel sind solche Nachrichten geeignet, den Preis eines Metalls in den Keller zu schicken. Doch Aluminium bleibt weiter unbeeindruckt.
So betrug der Dreimonatspreis für Aluminium an der Londoner Metallbörse LME am Mittwoch (12.10.) rund 1.685 US-Dollar. Die Tonne war damit knapp 20 US-Dollar teurer als vor sieben Tagen. Es war bereits die fünfte Woche in Folge, dass der Aluminiumpreis anstieg. Gleichwohl halten Fachleute die hohen Preise mittlerweile für „nicht gerechtfertigt“.
Das Leichtmetall war am Mittwoch aber nicht der einzige Gewinner. Die meisten Industriemetalle konnten in dieser Handelswoche zulegen. Nickel beispielsweise kletterte um 570 US-Dollar nach oben. Die Tonne erlöste 10.590 US-Dollar.
Auch Zinn gewann hinzu. Dieses Metall steht kurz davor, die Marke von 20.000 US-Dollar zu knacken. Die Tonne notierte am Mittwoch bei 19.900 US-Dollar. Das sind 100 Dollar mehr als zuletzt. Mit 29 US-Dollar konnte auch Kupfer ein kleines Plus verbuchen. Die Tonne erzielte 4.829 US-Dollar.
Minus machten nur Zink und Blei. Die Tonne Zink büßte rund 100 US-Dollar ein. Sie wechselte für 2.267 US-Dollar den Besitzer. Blei wurde für 2.053 US-Dollar gehandelt. Mit 10 US-Dollar fiel der Verlust niedrig aus.
Bis zu 70 Euro mehr für Aluminiumschrott
Nicht nur bei den Notierungen für Aluminium verläuft die Preiskurve anders, als von Analysten und Rohstoffexperten erwartet. Auch die Preise für Aluminiumschrott konnten in dieser Woche mit Zugewinnen überraschen.
Wie aus der Preiserhebung des Verbandes Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht, legte Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) am unteren Ende 10 Euro zu, am oberen Ende sogar 70 Euro. Die Tonne kostete zwischen 1.460 und 1.580 Euro. Bei Profilschrott (Alter) reichten die Preise von 1.460 bis 1.560 Euro. Das entspricht einem Plus von 50 Euro am oberen Ende. Am unteren Ende blieb der Preis stabil.
Besser lief es nur noch für eine andere Schrottart: Weichbleischrott konnte seinen seit zwei Monaten anhaltenden Aufwärtstrend fortsetzen. Die Tonne hat sich in dieser Zeit um rund 200 Euro verteuert. Allein in dieser Woche betrug der Anstieg 50 Euro am unteren und 30 Euro am oberen Ende. Mit 1.600 bis 1.690 Euro pro Tonne erreichten die Preise für Weichbleischrott neue Höchstwerte in diesem Jahr.
Auf Erholungsfahrt befinden sich auch die Preise für Kupferschrott. Sie zählten auch diesmal wieder zu den Gewinnern. Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) etwa verteuerte sich um 80 Euro. Die Tonne erlöste 4.200 bis 4380 Euro. Bei Schwerkupferschrott (Keule) war die Erholung noch etwas größer. Hier lag die Preisspanne zwischen 3.910 und 4.150 Euro. Das entspricht einem Zugewinn von 60 Euro am unteren und 100 Euro am oberen Ende.
Vergleichsweise bescheiden fiel da das Plus bei Nickelschrott aus. V2A (Alt- und Neuschrott) gewann am oberen Ende 20 Euro hinzu. Am unteren Ende gab es keine Bewegung. Die Tonne erzielte 920 bis 980 Euro. Für V4A (Alt- und Neuschrott) wurden 1.200 bis 1.300 Euro fällig. Das sind am oberen Ende immerhin 30 Euro mehr als vor einer Woche. Am unteren Ende herrschte auch hier Stillstand.
Einsamer Verlierer dieser Handelswoche war Altzink. Die Tonne erbrachte nur noch 1.580 bis 1.620 Euro. Das bedeutete einen Verlust von 40 Euro am unteren und 20 Euro am oberen Ende.






