Weltweite Vernetzung
Der Präsident des internationalen Recylingverbands BIR will die Recyclingindustrie weltweit stärker zur Geltung bringen. Bei der BIR-Herbsttagung in Amsterdam rief er einen Weltrat der Recyclingverbände ins Leben. Der Rat soll unter anderem nachhaltige Technologien fördern.
BIR-Präsident ruft ‚United Nations of Recycling’ aus
Der Präsident des Weltrecyclingverbands BIR (Bureau of International Recycling), Ranjit Baxi, will das Recycling weltweit stärker voranbringen. Zu diesem Zweck rief er Anfang dieser Woche auf der BIR-Herbsttagung in Amsterdam den Weltrat der Recyclingverbände aus – von ihm als „United Nations of Recycling“ bezeichnet.
Die Einrichtung soll der internationalen Recycling-Industrie eine einheitliche Stimme verleihen. Ziel sei es, den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Beitrag der Recyclingindustrie stärker in das Bewusstsein der politischen Entscheidungsträger, der Gesetzgeber und der Öffentlichkeit zu rücken.
Darüber hinaus soll der Rat dazu beitragen, die besten nachhaltigen Technologien auf der ganzen Welt zu fördern. „Gerade in Entwicklungsländern soll der Rat ein Impulsgeber sein, um den Aufbau der Recycling-Programme vor Ort zu unterstützen“, sagte Baxi.
Interessen stärker vertreten
Wie der BIR-Präsident erklärte, soll der Weltrat künftig akademische Studien und Forschung vorantreiben. Der Fokus hier sei, die Beiträge der Recyclingindustrie sachlich und statistisch zu bestätigen. Als Beispiel nannte Baxi den Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt, zur Beschäftigung und für weniger Deponierung. Laut einer aktuellen BIR-Studie verhindert die Recycling-Branche weltweit jährlich die Emission von etwa 700 Millionen Tonnen CO2. „Solche Berichte sind notwendig. Wir müssen diese Vorteile quantifizieren“.
Zudem soll der Weltrat künftig den freien Handel mit Wertstoffen sowie die umweltverträgliche Bewirtschaftung und Nutzung recycelter Materialien fördern. Parallel sollen die Hersteller dazu ermutigt werden, ihre Produkte mit einem erhöhten Recycling-Schwerpunkt zu gestalten. Ferner will der Rat auch Maßnahmen ergreifen, um die Interessen der Industrie als Ganzes stärker zu verteidigen.
Ebenfalls unter dem Dach des neuen Weltrates möchte BIR-Präsident Baxi seinen Plan eines ‚Weltrecycling-Tages’ (Global Recycling Day) voranbringen. Eigentlich habe er gehofft, 2017 mit dem jährlichen Ereignis beginnen zu können, sagte Baxi. Doch der Prozess sei komplex und dürfte daher etwas länger dauern als ursprünglich geplant.
Mitglieder ziehen mit
Die Delegierten stimmten Baxis Vorschlag für einen Weltrat der Recyclingverbände zu. So habe Mark Lewon, Vorsitzender der US-Verbands ISRI, betont, dass die verstärkte Koordination des Weltrats die Position der Industrie deutlich stärken werde. Und Salam Sharif, Präsident des BIR-Vertretung im Nahen Osten, habe die einheitliche Initiative als den einzigen Weg benannt, „um die positiven Botschaften der Branche in einer Welt zu vermitteln, die sich von einem linearen zu einem kreisförmigen Modell bewegt.“
Sanjay Mehta, Präsident der Metal Recycling Association of India, zeigte sich nach Angaben des BIR ebenfalls überzeugt, dass der Weltrat notwendig sei und habe die besonders wichtige pädagogische Rolle unterstrichen. Für den Verband der europäischen Recyclingindustrie äußerte sich Dominique Maguin. Er betonte, dass es wichtig sei, gemeinsame Ansichten zu teilen und die Interessen der Industrie zu verteidigen. Unterstützung für den Weltrat hätten laut BIR zudem Vertreter der Recyclingindustrie aus China, Kanada, Spanien, Großbritannien und Rumänien signalisiert.
