In privaten Haushalten
Im Durchschnitt erzeugt jeder Deutsche 462 Kilogramm Hausmüll pro Jahr. In den einzelnen Kommunen und Städten schwankt die Menge jedoch stark. Auf die Höhe der Müllgebühr hat die Höhe des Abfallaufkommens aber keinen Einfluss, wie ein bundesweiter Vergleich zeigt.
Höhe des Abfallaufkommens hat kaum Einfluss auf Müllgebühr
Ob in einem Haushalt viel oder wenig Müll anfällt, hat kaum Einfluss auf die Höhe der Müllgebühren. Das ist das Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Start-ups Sprout. Für ihren Vergleich hat Sprout die jährlichen Müllgebühren für einen Vier-Personen-Haushalt in verschiedenen deutschen Städten und Kommunen mit der produzierte Müllmenge pro Kopf korreliert.
Die geringsten Müllgebühren (7-tägige Abholung, Tonnen müssen selbst bereitgestellt werden) fallen demnach in Mainz, Magdeburg und Essen an. Am teuersten ist es für die Leipziger, Dortmunder und Kölner.
Bei der erzeugten Müllmenge zeichnet sich ein anderes Bild: Am wenigsten Müll landet in Dresden, Rostock und Leipzig in den Tonnen. Der meiste Müll fällt in Köln, Erfurt und in der Region Hannover an.
Entsorgungsgebühr schwankt stark
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, zahlt eine Familie in Essen 162,52 Euro Müllgebühren pro Jahr. Bei einer Dortmunder Familie wird zwar ähnlich viel Müll produziert, die Müllentsorgung ist aber mit 313,02 Euro jährlich um einiges teurer.
Absoluter Spitzenreiter in der Müllproduktion ist die Region Hannover. Dort produziert jede Person eine Müllmenge von 578 Kilogramm im Jahr. Dafür müssen die Bürger 283,66 Euro für die Müllabfuhr bezahlen. In Dresden hingegen produziert eine vierköpfige Familien im Durchschnitt 328 Kilogramm. muss aber mit 299,25 Euro mehr bezahlen als die Familie in Hannover.
Kein guter Anreiz
Auch in den Großstädten Berlin, Hamburg und München herrscht laut Studie ein Ungleichgewicht zwischen Müllaufkommen und Entsorgungsgebühren. So zahle eine Berliner Familie für die Entsorgung von 1.540 Kilogramm Hausmüll (385 Kilogramm pro Kopf) im Jahr 305,10 Euro Müllgebühren. Im Vergleich produzierten die Hamburger deutlich mehr Abfall pro Kopf (451 Kilogramm), zahlten aber mit 273,20 Euro deutlich weniger. In München liegen die Gebühren pro Jahr mit 221,61 Euro sogar unter dem bundesweiten Durchschnitt von 256,69 Euro. Dabei fallen mit 389 Kilogramm pro Person ähnliche Müllmengen an wie in Berlin.
„Das Abfallvolumen [scheint], wenn überhaupt nur einen geringen Einfluss auf die Entsorgungskosten zu haben. Das ist kein guter Anreiz, um sparsamer mit Abfällen umzugehen“, sagt Michael Stausholm, Sprout-Gründer und Geschäftsführer. Er fordert, dass trotz der teilweise hohen Kosten Bürger darauf achten sollten, was in die Tonne kommt und was zum Beispiel wiederverwendet werden kann. An dieser Stelle seien auch Unternehmen gefragt, die durch moderne Verpackungsarten oder nachhaltige Produkte den Verbrauchern einen nachhaltigeren Lebensstil erleichtern könnten.
Sprout ist ein US-amerikanisches Start-up und vertreibt recycelbare Bunt- und Bleistifte mit integrierter Samenkapsel. So könnten die Stifte nach Gebrauch weiter verwendet und eingepflanzt werden. Nach Angaben des Unternehmens werden bereits monatlich über 450.000 Stück in 60 Ländern verkauft. Sprout wurde 2013 gegründet und hat Niederlassungen in Boston und im dänischen Taastrup.



