Shreddern von Haus- und Gewerbemüll

Der Anlagenhersteller Lindner Recyclingtech hat zwei neue Einwellen-Shredder im Portfolio. Diese sind insbesondere für eine effizientere EBS-Aufbereitung konzipiert. Ein Test beim Entsorgungsfachbetrieb Kärntner Abfallbewirtschaftung verlief positiv. [ Video ]

Zerkleinerung mit einem Prozessschritt


Vor gut einem halben Jahr hat der österreichische Anlagenhersteller Lindner Recyclingtech die neuen Einwellenzerkleinerer Polaris 2200 und 2800 vorgestellt. Seither scheint der Markt das Konzept, unvorbehandelte Abfälle in einem einzigen Prozessschritt zu zerkleinern, gut anzunehmen. „Seit wir die neue Polaris auf der IFAT im Mai 2016 erstmals präsentiert haben, konnten wir durchschnittlich eine Maschine pro Monat verkaufen“, sagt Stefan Scheiflinger, Product Manager bei Lindner Recyclingtech. Eine ganze Reihe weiterer Abschlüsse sollen folgen.

Ob die Technik hält, was sie verspricht, wollten auch die Verantwortlichen der Kärntner Abfallbewirtschaftung (KÄB) aus Klagenfurt wissen. Sie konnten den Polaris bereits ein Jahr lang testen. „In diesem Zeitraum hat das System seine Effizienz, Zuverlässigkeit, Wartungsarmut und -freundlichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, erklärte Geschäftsführer Werner Bleiberger.

Gleichmäßige Korngröße

Der typische Einsatzbereich der beiden neuen Modelle ist die Aufbereitung von Ersatzbrennstoff (EBS), der im Kalzinator von Zementwerken oder in thermischen Kraftwerken verwendet wird. Weil die beiden Shredder mit besonders geringer Betriebsdrehzahl und entsprechend hohem Drehmoment laufen, schneiden ihre Messer das Aufgabegut mit der großen Kraft, die der einstufige Prozess erfordert, erklärt Lindner Recyclingtech.

So zerkleinere der Typ 2200 mit einer 4090 x 3000 mm großen Einfüllöffnung und 2115 mm Rotorlänge bis zu 22 Tonnen Gewerbe- und Industriemüll pro Stunde. Bis zu 32 Tonnen pro Stunde erreiche der Polaris 2800 mit 4779 x 2370 mm großer Einfüllöffnung und 2805 mm Rotorlänge. Je nach Wahl der Siebe resultierten daraus Endkorn-Abmessungen von 50 mm bis 120 mm.

Die Einwellen-Zerkleinerungstechnologie sorge mit ihrem schneidenden Prinzip und der automatisierten Nachdrückerregelung für einen konstanten Austrag bei gleichmäßiger Korngröße, betont Lindner. Die Shredder hätten leistungsstarke, hoch zuverlässige Asynchronmotoren mit Nennleistungen von 200 kW (Typ 2200) bzw. 2 mal 132 kW (Typ 2800). Der bei Lindner-Shreddern bewährte, zweistufige Riemenantrieb übertrage das sehr hohe Drehmoment auf den Rotor.

Wenn nicht zerkleinerbare Störstoffe auftreten, lässt die integrierte Rutschkupplung die Maschine sicher zum Stillstand kommen, erklärt der Anlagenhersteller. Die großflächige, hydraulische Wartungsklappe und Türen böten zudem komfortablen Zugang zum Arbeitsraum, beispielsweise um die sechs bzw. acht Siebmodule zu tauschen oder um die vierseitig nutzbaren Messer zu drehen.


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Laut Lindner hat das von den neuen Polaris Einwellen-Shreddern bereitgestellte, relativ grobkörnige Schreddergut einen mittleren Brennwert von 15 bis 18 MJ pro kg und eigne sich damit ideal für die Verwertung im Kalzinator. „Bei der Aufbereitung von Abfällen zu Ersatzbrennstoffen haben hoher Durchsatz und geringe Zerkleinerungskosten pro Tonne einen noch höheren Stellenwert als in anderen industriellen Prozessen. Dies gilt in besonderem Maße für die Bereitstellung von EBS für den Einsatz im Kalzinator“, betont Scheiflinger.

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