Kommunale Schadstoffsammlung
Den Bürgen wird es schwer gemacht, schadstoffhaltige Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Schuld sei ein schlechter Verbrauchservice von Kommunen, meint die Deutsche Umwelthilfe. Auch die mobile Schadstoffsammlung sei ungeeignet.
DUH bemängelt schlechten Service von Kommunen
In vielen Kommunen und Städten wird es Verbrauchern unmöglich gemacht, schadstoffhaltige Abfälle, wie Bauschaumdosen und ausgediente Energiesparlampen, ordnungsgerecht zu entsorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation untersuchte Ende 2016 die Rückgabemöglichkeiten schadstoffhaltiger Abfälle in insgesamt 109 Landkreisen und kreisfreien Städten in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen.
Das Ergebnis zeigt, dass in 32 von 109 untersuchten Landkreisen und Städten ausschließlich mobile Sammelfahrzeuge eingesetzt werden oder eine Abgabe von Schadstoffen nur an wenigen Tagen im Jahr möglich war. „Schadstoffmobile können stationäre Sammelstellen nur ergänzen, aber nicht ersetzen“, meint DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Verbraucher müssen in zumutbarer Entfernung regelmäßig eine Möglichkeit erhalten, Schadstoffe ordnungsgemäß zu entsorgen. Wenn die Kommunen nicht nachbessern, dann zwingen sie die Bürger zu einer ordnungswidrigen Entsorgung und sollten durch rechtliche Vorgaben zum Angebot stationärer Sammelstellen verpflichtet werden.“
Schlechte Öffnungszeiten
Bei mehr als 70 Prozent der getesteten Wertstoffhöfe hat die DUH zudem einen mangelhaften Verbraucherservice festgestellt. Getestet wurden die ordnungsgemäße Entsorgung, die Öffnungszeiten, angebrachte Hinweisschilder sowie Informationen zur Entsorgung. Besonders in Bayern schnitten viele Sammelstellen beim Verbraucherservice schlecht ab. So gab es in Bayern Wertstoffhöfe, bei denen nur zwei oder drei Mal im ganzen Jahr Schadstoffe abgegeben werden konnten.
„In Deutschland wird pro Kopf und Jahr lediglich ein Kilo Problemstoffe über die Wertstoffhöfe gesammelt. Arbeitnehmerunfreundliche Öffnungszeiten und Mitarbeiter, die Fragen von Verbrauchern nicht oder falsch beantworten, haben zur Folge, dass sie nie wieder kommen. Deshalb müssen alle Kommunen ihren Verbraucherservice endlich auf ein exzellentes Niveau anheben“, fordert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer.
Die DUH kündigt weitere Testbesuche und regelmäßige Kontrollen bei kommunalen Sammelstellen an. Die Gesamt- und Einzelergebnisse der Testbesuche sind hier abrufbar.