Nachhaltigkeitsstrategie

Der vermehrte Einsatz von Kunststoffrecyclaten steht jetzt auch bei Volvo an. Der Fahrhersteller hat bereits festgelegt, in welchen Anwendungen die Recyclate zum Einsatz kommen sollen. Volvo fordert Lieferanten und Partner zu gemeinsamen Investitionen auf.

Volvo will mehr Kunststoffrecyclate verwenden


Gut 20 Prozent eines Autos besteht aus Kunststoffen. Das ist auch beim schwedischen Autohersteller Volvo nicht anders. Der Konzern will aber nun nachhaltiger werden: Ab 2025 sollen die verbauten Kunststoffe zu mindestens einem Viertel aus recyceltem Material hergestellt werden.

Was dabei möglich wäre, haben die Schweden erst vor Kurzem anhand einer speziell gefertigten Version des Plug-in-Hybrid-SUV XC60 T8 demonstriert. Demnach

  • besteht die Tunnelkonsole des Volvo-Modells aus nachwachsenden Fasern und Kunststoffen aus ausgemusterten Fischernetzen und Seilen.
  • sind die Teppiche aus Fasern von PET-Flaschen und Produktionsresten eines Bekleidungsherstellers gefertigt.
  • werden in den Sitzen recycelte Fasern aus PET-Flaschen verwendet.
  • wird das schallabsorbierende Material unter der Motorhaube aus gebrauchte Autositze gewonnen.

Ziel müsse sein, Komponenten der nächsten Generation zu entwickeln, die so nachhaltig wie möglich sind, verkündet der Fahrzeughersteller. Darüber hinaus fordern die Schweden die Zulieferer der Automobilindustrie auf, enger mit den Automobilherstellern zusammenzuarbeiten „Wir brauchen eine erhöhte Verfügbarkeit von recycelten Kunststoffen“, betont Martina Buchhauser, zuständig für Grüne Beschaffung bei Volvo. „Deshalb fordern wir noch mehr Lieferanten und neue Partner auf, mit uns in recycelte Kunststoffe zu investieren.“


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Volvo ist nicht der einzige Autohersteller, der auf recyceltes Plastik setzt. So bestehen bei BMW bis zu 20 Prozent der thermoplastischen Werkstoffe in den Fahrzeugen aus Recyclaten. Generell machen die Werkstoffe durchschnittlich 12 Prozent des Fahrzeuggewichts aus. Im Modell i3 sollen sogar 80 Prozent aller Kunststoffe Recyclate sein, zum Beispiel Teile der Sitzbezüge.

Opel setzt nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2014 jährlich 45.000 Tonnen Recyclate in seinen Fahrzeugen ein. Im Modell Adam hätten 170 Komponenten ein Vorleben gehabt. Der Wasserabweiser unter der Windschutzscheibe etwa sei aus Deckeln von Getränkeflaschen gefertigt.

Recyclate aus alten PET-Flaschen stecken auch im Ford Focus, und zwar im Armaturenbrett oder Dämmungen. Wie das Unternehmen in seinem Nachhaltigkeitsbericht schreibt, wird ferner daran gearbeitet, energieabsorbierende Materialien aus alten PET-Flaschen herzustellen.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler teilt in seinem Nachhaltigkeitsbericht mit, dass die Lastenhefte neuer Mercedes-Benz-Modelle einen Mindestanteil an Recyclaten vorschreiben. Wie hoch dieser Anteil ist, wird nicht erwähnt. Gleichwohl gibt es ältere Zahlen: 2015 hieß es, dass in der S-Klasse nahezu 50 Kilogramm Recyclate verbaut sind und fast alle schwarzen Kunststoffteile in der Außenhaut aus alten Komponenten bestünden. Als Beispiel nannte Daimler Radläufe, die größtenteils aus aufbereiteten Stoßfängern bestehen.

 

© 320° | 18.06.2018
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