Neue Strategie

Volkswagen will den Wandel zum E-Autobauer möglichst schnell vorantreiben. Bis 2030 soll der Konzernumbau abgeschlossen sein. Im Zentrum des Umbaus stehen drei VW-Standorte, die an der Entwicklung und Produktion der ersten E-Autos besonders stark beteiligt sind.

Wie VW zum E-Autobauer werden will


Volkswagen will den Wandel zum E-Autobauer möglichst schnell vorantreiben. Der Konzern hat hierfür die Kampagne Electric for all gestartet. Damit will VW „attraktive Modelle zu bezahlbaren Preisen“ auf die Straße bringen und dem E-Auto weltweit zum Durchbruch verhelfen.

Im vorigen Jahr hatte das Unternehmen bereits angekündigt, in die Entwicklung von E-Autos, autonomem Fahren, neuen Mobilitätsdiensten und Digitalisierung bis 2022 mehr als 34 Milliarden Euro zu investieren. Bis 2025 wollen die Konzernmarken insgesamt über 80 neue Modelle mit E-Motor auf den Markt bringen. Bis 2030 soll die gesamte Modellpalette elektrifiziert werden.

Größere Batterien, mehr Reichweite

Grundlage der E-Offensive ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), der als Technologie-Plattform für das E-Auto geschaffen wurde. „Mit dem Modularen E-Antriebs-Baukasten schöpfen wir die Möglichkeiten des E-Autos optimal aus und schaffen zugleich riesige Skaleneffekte“, erklärt E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich. „Alleine in der ersten Welle werden rund 10 Millionen Konzernfahrzeuge auf dieser Plattform basieren. Der MEB ist das wirtschaftliche und technologische Rückgrat für das Elektroauto für alle.“

Als weltweit erstes Serienfahrzeug auf MEB-Basis wird der Volkswagen „ID.“ ab Ende 2019 in Zwickau gebaut. „Der ID. wird ein Meilenstein der technologischen Entwicklung“, meint Christian Senger, Leiter der Baureihe E-Mobility. „Er wird das erste voll vernetzte und voll alltagstaugliche Elektroauto, das sich Millionen von Menschen leisten können.“

Im neuen ID. könnten größere Batterien verbaut werden, um mehr Reichweite zu erzielen. „Durch die flache Batterie im Boden liegt das Auto super auf der Straße und der Innenraum fällt sehr viel großzügiger aus – wir erreichen einen deutlichen Fortschritt im Raumgefühl.“  Außerdem werde der ID. schnellladefähig sein. Über Schnellladesysteme könne die Batterie in rund 30 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Grundlage dafür sei ein komplett neues, deutlich leistungsfähigeres Batteriesystem, das vom Unternehmensbereich Volkswagen Konzern Komponente entwickelt wurde. „Mit den ID.-Modellen startet der Einsatz einer neuen Generation von Hochleistungsbatterien, die dank modularen Aufbaus und Multi-Zell-Formats in kleineren und größeren ID.-Modellen verbaut werden können“, so Senger.


Volkswagen startet ELECTRIC FOR ALL-Kampagne

Quelle: VW

Bis Ende 2022 will VW weltweit die Produktion von 27 MEB-Fahrzeugen für vier Konzernmarken starten. Die Bandbreite soll vom Kompaktauto bis zum Lifestyle-Bulli reichen, kündigt Ulbrich an. „Das ist in dieser Form einmalig.“

An der Entwicklung und Produktion der ersten Elektroautos auf MEB-Basis sind die meisten Volkswagen Standorte in Deutschland beteiligt. Das Werk Zwickau wird mit 1,2 Milliarden Euro Investitionsvolumen zum ersten reinen MEB-Werk und zum größten Kompetenzzentrum für Elektromobilität in Europa ausgebaut. Hinzu kommen die Standorte Braunschweig, Salzgitter und Kassel. An diesen drei Standorten investiert das Unternehmen 1,3 Milliarden von insgesamt sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität.

  • Braunschweig

In Braunschweig wird das Batteriesystem des ID. gefertigt. An diesem Standort werden bereits die Batterien für den e-up!2, den e-Golf sowie den Plug-in-Hybrid Passat GTE3 gebaut. Das Werk wird derzeit ausgebaut, um künftig bis zu eine halbe Million Batteriesysteme jährlich zu fertigen.

  • Salzgitter

 Das Werk Salzgitter startet in diesem Jahr die Vorserienfertigung von Rotor und Stator für den MEB. Im Center of Excellence Batterie (CoE) wird Entwicklungs- und Fertigungskompetenz für Batteriezellen-und Batteriemodulfertigung aufgebaut. Dazu gehören aktuell eine Laborlinie und danach die Pilotfertigung zum Aufbau von Produktions-Know-how.

  • Kassel

Das Werk in Kassel ist seit vielen Jahren Kompetenzzentrum für elektrische Antriebe. Die Produktion des neuen MEB-Antriebs startet zum Ende dieses Jahres. Der Standort soll ein „Leitwerk für kostengünstige E-Maschinen von hoher Qualität“ sein.

 

© 320° | 17.09.2018
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