Deutsches Schienennetz
Den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, ist ein hehres Ziel. In der Praxis fehlen jedoch nicht nur Güterwaggons, sondern auch Gleisanschlüsse. Zahlreiche Verbände haben sich nun zusammengeschlossen. Ihr Ziel: eine Gleisanschluss-Charta.
Verbände fordern mehr Gleisanschlüsse
In Deutschland läuft der Güterverkehr auf der Schiene nicht zufriedenstellend. Über fehlende Güterwaggons haben in der Vergangenheit nicht nur Recyclingfirmen mehrfach geklagt. Jetzt fordern auch die beiden Verbände Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME), dass sich der Transport auf der Schiene verbessert.
Zusammen mit 19 weiteren Verbänden und Interessenvertretungen fordern sie mehr Gleisanschlüsse im deutschen Schienennetz. „Die Verbände setzen sich dafür ein, dass auf der Schiene ein flächendeckendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten entsteht, um im Güterverkehr wettbewerbsfähiger zu werden und damit einen signifikanten Beitrag zur Verkehrsverlagerung und zur Erreichung der umweltpolitischen Ziele leisten zu können“, erklärt der BME.
Darüber hinaus müssten auch die Rahmenbedingungen für die Nutzung und den Betrieb bestehender Gleisanschlüsse verbessert werden. „Ein solch breites Bündnis aus Handel, Wirtschaft, Verkehr und Politik, das sich aktiv hinter die Forderung nach mehr Gleisanschlüssen stellt, gab es noch nie. Das zeigt, wie dringend wir dieses Thema gemeinsam mit der Politik angehen müssen. Wir dürfen beim Güterverkehr nicht länger nur über Verkehrsverlagerung von der Straßen auf die Schiene reden, sondern müssen diese unter anderem durch mehr Gleisanschlüsse auch tatsächlich möglich machen“, so VDV-Geschäftsführer Martin Henke und BME-Hauptgeschäftsführer Silvius Grobosch in einer gemeinsamen Erklärung.
Das Ziel der Verbände-Allianz ist es, in den kommenden Monaten an einer gemeinsamen Gleisanschluss-Charta arbeiten. „Der Bau von Gleisanschlüssen ist Teil des Masterplans Schienengüterverkehr der Bundesregierung. Es geht also bei dieser Charta nicht darum, weiteren Druck in Richtung Politik aufzubauen, sondern mit einem breiten Bündnis an Unterzeichner die verantwortlichen politischen Akteure positiv darin zu bestärken, bei diesem Thema möglichst zügig voranzukommen“, so Henke und Grobosch. Das Ziel sei es, die Gleisanschluss-Charta bis Anfang 2019 vorzustellen.






