Gütertransport
Zwischen Köln und Malmö fahren neuerdings Güterzüge in weniger als 20 Stunden. Die Direktverbindung besteht in beide Richtungen und steht werktäglich zur Verfügung – zu wettbewerbsfähigen Konditionen, wie die Bahn verspricht.
Direktverbindung zwischen Ruhrgebiet und Schweden
Mit der neuen Direktverbindung von Köln nach Malmö verbindet DB Cargo die wichtigen Wirtschaftszentren Rheinland, Ruhrgebiet und den Raum Malmö ab sofort in beide Richtungen. Der neue Zug sei weniger als 20 Stunden unterwegs, teilt DB Cargo mit. Für Kunden bedeute das eine Halbierung der Transportzeit.
Über die Verbindung Malmö-Köln wurden bislang schon Stahlprodukte der Konzerne SSAB und Outokumpu von Schweden ins Ruhrgebiet befördert. Nun hat DB Cargo auch die Direktzugverbindung zurück nach Schweden im Angebot. Insbesondere die Branchen Stahl, Papier und Konsumgüter würden von der neuen Verbindung profitieren, meint der Logistikanbieter.
Der Zug steht aber auch potenziellen Kunden anderer Branchen offen. „Für Versender der Benelux-Staaten bedeutet die Überführung der Frachten auf die Verbindung in Gremberg oder Wanne-Eickel zudem eine deutliche Reduzierung der Transitzeit“, ergänzt Andreas Morawietz, zentraler Auslastungsmanager im Team Single Wagon Offer Management.
„Der Zug ist eine echte Alternative zum Lkw und Binnenschiff“, meint Katja Janschersky, Head of Rail Services Sweden. „Durch die werktägliche Anbindung und die feste Laufzeit bietet er vor allem Kunden aus der Industrie, die in den Wirtschaftszentren Malmö, Rheinland und Ruhrgebiet tätig sind, eine hohe Planbarkeit und wettbewerbsfähige Konditionen.“
Güterverkehr mit zahlreichen Problemen
Der Güterverkehr auf Schienen in Deutschland hat im vergangenen Jahr nochmals leicht zugelegt. Allerdings steht der Güterverkehr auch vor zahlreichen Problemen. So gibt es kaum noch freie Kapazitäten, erklärt Thomas Puls, Senior Economist für Verkehr und Infrastruktur beim Institut der Deutschen Wirtschaft (IW).
„Die wichtigen Trassen sind überlastet, die Infrastruktur müsste besser ausgebaut und an vielen Stellen saniert werden“, sagt er. „Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Seit Jahren haben Deutsche Bahn und Co. Schwierigkeiten, neue Lokführer, Fahrdienstleiter und Streckenwärter zu gewinnen.“
Ein weiteres Problem seien die geringen Margen, die alle Güterbahnen plagen und ihre Investitionsmöglichkeiten einschränken. Nichtsdestotrotz wolle der Bund im kommenden Jahr die sogenannten Trassenpreise, also die Gebühren für die Schienenbenutzung, halbieren.
Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, reiche allerdings nicht aus, meint der IW-Vertreter. Auch das Schienennetz sollte dringend ausgebaut werden – nicht zuletzt, um den Weg für längere Güterzüge freizumachen. Nur so ließen sich auch zukünftig neue Rekorde vermelden.


