Verpackungen

kostenpflichtig
Verbraucher haben in einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe sechs unsinnige Verpackungen nominiert. Nun läuft die Abstimmung, welche Verpackung am Ende die Auszeichnung „unsinnigste Verpackung“ erhalten wird. Was meinen Sie, welche Verpackung hätte den Negativ-Preis verdient?

Sinnvoll oder sinnlos? Entscheiden Sie selbst!


Welche Plastikverpackungen sind nötig und welche nicht? Darüber haben Verbraucher in einer Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entschieden. Sie haben unter dem Hashtag #Verpackungswahnsinn die ihrer Meinung nach unnötigste Verpackung nominiert.

Herausgekommen sind sechs Plastikverpackungen, die die meisten Stimmen erhalten haben. Unter ihnen soll nun ein „Gewinner“ bestimmt werden – dieser wird von der Deutschen Umwelthilfe mit dem Negativ-Preis „Goldener Geier“ für die unsinnigste Verpackung ausgezeichnet. Die sechs nominierten Verpackungen sind:


  • Die “to go Melone” von Rewe

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Laut DUH verpackt Rewe eine Handvoll Melonenstücke vorportioniert in einer Kunststoffschale – auf 200 Gramm Melone kommen somit 17 Gramm Einwegplastik. „Rund zwei Drittel des Obstes und Gemüses werden in Deutschland in Plastik und Pappe vorverpackt. Dabei haben Tomaten, Möhren, Äpfel und Bananen allesamt bereits eine natürliche Verpackung“, kritisiert der Umweltverband. Zwar würde Rewe bei der Verpackung die Einweggabel weglassen und den Verweis „Der Umwelt zuliebe“ auf die Verpackung drucken. Laut DUH sei das aber eher ein schlechter Scherz – im Vergleich zur verzichtbaren Gesamtverpackung spare der Verzicht auf die Einweggabel nur wenig Kunststoff ein.


  • Das „Edeka-Kräuterparadies“

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Edeka verpackt nach Angaben der DUH etwa 15 Gramm Kräuter der Eigenmarke in eine Plastikschale und einen Foliensack, der insgesamt 9 Gramm wiegt. Bei jedem verkauften Kilogramm Kräuter würden so 600 Gramm Kunststoffabfall entstehen. Der DUH-Vorschlag: Die Kräuter lediglich mit einem Gummiband portionieren.


  • Der Nestlé „Vitell Achterpack“

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Nicht nur die Transportwege für das französische Wasser stehen in der DUH-Kritik, sondern auch die Art, wie die kleinen 0,33 Liter-Flaschen verpackt sind. Acht der kleinen Flaschen sind nämlich von einer Schrumpffolie umwickelt. „Wenig Wasser in viel Verpackung, lange Transportwege und ein Angriff auf regionale Mehrweg-Strukturen in Deutschland: ein ökologischer und sozialer Irrsinn“, kommentiert der Umweltverband.


  • Die Haribo „Goldbären Minis“

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Bei den kleinen Nascherei-Portionen kommen laut DUH 12 Gramm Plastikfolie auf 250 Gramm Gummibärchen. Neben mehr Verpackung im Vergleich zu den größeren Gummibärchen-Tüten steigt mit den kleinen Tütchen auch der Preis: bis zu 40 Prozent mehr zahlt der Verbraucher hier, so der Umweltverband. Wer seine Bärchen selbst portioniert, spare also Geld und Verpackungsmüll.


  • Der Lidl „Apfelkuchen“

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Bei dem Kuchen, den Lidl stückchenweise in Hartplastikschalen verpackt, kommen auf 100 Gramm Süßspeise rund 12 Gramm Verpackung. „Angenommen ein ganzer französischer Apfelkuchen hat 12 Stücke, schafft es der Discounter mit nur 7 Kuchen, 1 Kilo Plastikmüll zu produzieren“, kritisiert die DUH.


  • Die Finish „Maschinenpfleger Tabs“

Foto: Deutsche Umwelthilfe

Der Hersteller Reckitt Benckiser verkauft jeweils drei Tabs zur Pflege von Spülmaschinen in einer Hartplastikverpackung mit einer großflächigen Kunststofffolie auf der Rückseite – die Tabs sind dabei nochmal einzeln mit Folie umhüllt. Wie die DUH vorrechnet, kommen hier auf ein Reinigungs-Tab mit 17,5 Gramm ganze 5 Gramm Plastikmüll. Da die Tabs kein Verfallsdatum haben, sei vor allem die Einzel-Verpackung völlig unnötig.


Verbraucher haben nun bis zum 30. August Zeit, unter www.duh.de/goldenergeier ihre Stimme abzugeben. Der Gewinner wird dann im September mit dem „Goldenen Geier“ ausgezeichnet. Dieser wird am Ort der Geschäftsführung des entsprechenden Unternehmens in Deutschland im Rahmen eines Pressetermins verliehen.

Mit der Aktion möchte die DUH vor allem den Druck auf Hersteller und Vertreiber erhöhen, Einwegplastikverpackungen nur dann einzusetzen, wenn sie unverzichtbar sind. Der Verband hat dabei offenbar auch prominente Unterstützer: der Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke sowie Schauspieler Lucas Reiber und zahlreiche Influencer unterstützen die Aktion.

 

© 320°/ek | 24.07.2019
Mehr zum Thema
VDI-Datenbank für Sekundärrohstoffe
Nickelschrott: Preise bleiben auf Aufwärtskurs
„Rezession verliert ihren Schrecken“
Bundesbank erwartet Rezession im Winterhalbjahr
Deutschlands erster Unverpackt-Laden gibt auf
Arbeitsmarkt verliert bis 2035 rund sieben Millionen Menschen
Gaspreisbremse soll rückwirkend ab Januar gelten
Preissprung für Altzinkschrott
Wie recycelte Haare gegen Ölteppiche helfen
Erstes Update für CHIRA