Marktbericht

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Die Metallschrottpreise haben sich in dieser Woche kaum verändert. Etwas mehr Bewegung gab es an der Londoner Metallbörse – allerdings nach unten. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.

NE-Metallschrottpreise ohne Schwung


An den Märkten für NE-Metallschrott scheint derzeit eine gewisse Zurückhaltung zu herrschen. Das lässt sich aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) ablesen. Wenn die Preise sich überhaupt verändert haben, dann nur in geringem Ausmaß.

  • So sind die Preise für Kupferschrott nur leicht zurückgegangen. Sowohl Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) als auch Schwerkupferschrott (Keule) gaben am oberen und unteren Ende um 10 Euro je Tonne nach.
  • Auch Aluminiumschrott blieb weitgehend stabil. Der Preis für Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) ging am oberen und unteren Ende um 10 Euro zurück. Aluminiumprofilschrott (Alter) dagegen hielt sich auf Vorwochenniveau.
  • Damit verglichen verlor Altzinkschrott (Zebra) etwas mehr. Am oberen Ende verschlechterte sich die Sorte um 30 Euro. Der untere Preis ging mit 20 Euro weniger stark zurück.
  • Weichbleischrott (Paket) hingegen verbesserte sich am unteren Ende um 30 Euro. Der obere Preis allerdings verharrte auf Vorwochenniveau.
  • Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Nickelschrotten. Am unteren Ende konnte sich Nickel V2A (Alt- und Neuschrott) um immerhin 50 Euro verbessern. Damit konnte Nickel V2A zumindest einen kleinen Teil des großen Verlustes von 200 Euro aus der Vorwoche wiedergutmachen. Auch bei Nickel V4A zog der untere Preis wieder an, wenngleich mit 10 Euro auch nur geringfügig. Am oberen Ende tat sich bei beiden Sorten weiterhin nichts. Diese Preisentwicklung lässt sich nun schon seit einigen Wochen bei Nickelschrott beobachten.

Entwicklung der Metallpreise an der LME:

Auch an den Metallmärkten halten sich die Teilnehmer weiter zurück. Denn für viele wichtige Industriemetalle ging es an der Londoner Metallbörse LME weiter abwärts. Nur Blei konnte sich gegen den Trend stemmen.

  • Blei legte zum Stichtag 25. September leicht zu. Um 0,46 Prozent stieg der Dreimonatspreis auf 2.074,50 US-Dollar je Tonne.
  • Kupfer dagegen gab wie in der Vorwoche weiter leicht nach (- 0,55 Prozent). Damit haben sich die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine spürbare Erholung des Kupferpreises noch immer nicht erfüllt. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres setzten viele Marktexperten noch auf die in der zweiten Jahreshälfte sonst üblicherweise anziehende Kupfernachfrage – vor allem in China. Doch die lässt auf sich warten.
  • Nach den Höhenflügen der zurückliegenden Wochen scheint der Nickelpreis langsam wieder auf Normalmaß zu schrumpfen. Von Erlöspreisen jenseits der 18.000-US-Dollar-Marke geht es nun deutlich in Richtung der Marke von 17.000 US-Dollar.
  • Aluminium verlor weiter relativ deutlich um 1,29 Prozent. Damit setzt sich der wechselhafte Jahresverlauf für Aluminium weiter fort. Zwischendurch konnte es sich zwar immer wieder aufrappeln, um kurz danach wieder Verluste einzufahren. Bereits seit März zeigt die Linie daher im Großen und Ganzen nach unten.
  • Für Zinn ging es auch in dieser Woche wieder einen relativ großen Schritt abwärts. Der Dreimonatspreis ging um 1,79 Prozent auf 16.500 US-Dollar zurück. Noch Ende August, Anfang September schien bei Zinn eine spürbare Erholung einzusetzen. Doch die Phase war nur von kurzer Dauer. Nun scheint Zinn wieder auf Abwärtskurs zu sein.
  • Ähnlich entwickelte sich auch der Zinkpreis. Anfang September hatte sich Zink wie Zinn stark verbessert. Seit Monatsmitte lässt aber auch Zink wieder nach. In dieser Woche fiel das Minus mit 2,37 Prozent sogar recht groß aus.

Die aktuellen Konjunkturbedingungen:

Volkswagen hat am Montag dieser Woche mit der Produktion eigener Batteriezellen für Elektroautos begonnen. Im Werk Salzgitter hat der Konzern eine Pilotfertigung für Kleinserien gestartet. Zunächst sollen so weitere Erfahrungen gewonnen werden – das Projekt könnte aber auch die Basis für eine Zellherstellung im großen Rahmen sein.

„Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben und schnell in die Serienfertigung überführen können“, sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer. In der ersten Stufe handele ich sich um eine reine Pilotanlage, deren Zellen für Prototypen bestimmt sind. Die Kapazität liege dabei zunächst unterhalb einer GWh, langfristig peile man konzernweit 150 GWh an.

Darüber hinaus investiert VW auch mehr als eine Milliarde Euro in Salzgitter. Dort soll zum Jahreswechsel 2023/24 eine mit dem schwedischen Partner Northvolt gebaute Zellfabrik für Lithium-Ionen-Batterien in Betrieb gehen. Die Zellfabrik wird ab dem kommenden Jahr errichtet und ist auf die Größenordnung von 16 Gigawattstunden (GWh) ausgelegt.

Eigene Batteriezellen hätten für den größten Autokonzern der Welt eine enorme Bedeutung. Töchter wie Audi, Skoda, Seat oder Porsche könnten von der Kernmarke mit beliefert werden, wie das heute schon bei Motoren, Getrieben, Lenkungen und weiteren Komponenten geschieht. Das hätte Kostenvorteile für die ganze Gruppe. Die Herstellung von Batteriezellen ist aber nicht das einzige Batterieprojekt von VW. Der Konzern plant auch eine Pilotanlage für das Batterie-Recycling. Sie soll 2020 die Arbeit aufnehmen.

 

© 320°/mk/dpa | 26.09.2019
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