Beginn der Weihnachtsmärkte
Nachhaltigkeit ist im Trend – keine Frage. Das macht auch vor Weihnachtsmärkten nicht halt. Pommes gibt es in Töpfen und die Currywurst im Glas.
Currywurst im Glas
Viele Weihnachtsmärkte im Norddeutschland setzen auf Nachhaltigkeit. Das zeigt sich unter anderem in der Verwendung von Mehrweg- statt Einweggeschirr, in Papiertragetaschen statt Plastiktüten und im Ersatz von Glühlampen durch LED-Lichter für die Weihnachtsbeleuchtung.
In Kiel beispielsweise macht die Stadtverwaltung den Standbetreibern schon im Zulassungsbescheid die Auflage, lose Getränke nur in Mehrweggläsern oder -bechern auszuschenken. Die Folge: Auf Kieler Weihnachtsmärkten gibt es Pommes frites nicht in Pappschalen, sondern in kleinen Töpfen. Und die Currywurst wird im Glas serviert.
Alle Aussteller müssen außerdem eine zentrale Spülstation benutzen. Die Spülstation verbrauche bis zu 50 Prozent weniger Strom und Wasser verbraucht als gewerbliche Einzelspülmaschinen, sagt Simone Sievers vom Kieler Ordnungsamt.
Punkte für Nachhaltigkeit
Auch auf anderen Weihnachtsmärkten wird in diesem Jahr stärker auf Umweltschutz geachtet als früher: In Göttingen bieten viele Standbetreiber neben dem bewährten Pfandsystem mit Glühweintassen aus Keramik oder Glas kompostierbare Schälchen an. An Glühweinständen gebe es zudem Löffel aus Metall statt Plastik und auf Strohhalme solle verzichtet werden. „In unserer Vergaberichtlinie werden Punkte für Nachhaltigkeit vergeben“, teilte die Stadt Göttingen mit.
In Bremen achtet der Großteil der Standbetreiber schon seit längerem auf Plastikmüllvermeidung. So werden Speisen zum Beispiel in Brotteig und Getränke in Bechern aus Maisstärke serviert. Für die Veranstaltungen ab 2020 werde darüber nachgedacht, Auflagen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes in die Zulassungsbescheide aufzunehmen, teilte der Sprecher des Wirtschaftssenators mit.
In Osnabrück gibt es zwar keine neuen Auflagen für die Betreiber, aber nach Angaben der Stadt gilt bereits seit 2001, dass Speisen und Getränke nur in wiederverwendbaren Gefäßen und Tellern etwa aus Mehrweg-Kunststoff, Porzellan, Keramik oder Glas verkauft werden dürfen. Für Currywurst, Schaschlik, Reibekuchen, Waffeln oder Pizza dürften auch Teller aus unbeschichteter Pappe verwendet werden. Die Umstellung von Plastik- auf Biostrohhalme sei eine Eigeninitiative der Standbetreiber.
Umstellung auf LED-Lichttechnik
Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist auch die energiesparende Beleuchtung: In Hannover ist fast die komplette Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt auf LED umgestellt. Nur der große Tannenbaum an der Marktkirche ist nach Angaben eines Stadtsprechers noch eine Ausnahme.
Auch Bremen setzt auf LED: Die City-Initiative hat in der Innenstadt mehr als 64 Bäume mit Lichterketten und damit etwa 144.000 Lichtpunkten geschmückt. Die konsequente Umstellung auf LED-Lichttechnik habe den Stromverbrauch dabei um etwa 80 Prozent reduziert. Auch in Osnabrück hätten die Schausteller die Beleuchtung weitestgehend auf LED umgestellt.
LED ist auch ein Thema in Braunschweig. „Mittlerweile werden energiesparende LEDs zur Beleuchtung des Weihnachtsmarktes und der umliegenden Gebäude eingesetzt“, heißt es auf Anfrage beim Stadtmarketing. Alle eingesetzten Geräte auf dem Markt beziehen demnach „Naturstrom aus 100 Prozent regenerativer Erzeugung“.