Marktbericht
Die Kupferschrottpreise bekamen in dieser Woche nochmals einen Dämpfer. Die anderen Sorten konnten bestenfalls ihr Preisniveau halten. An der Londoner Metallbörse LME konnte sich nur der Zinnpreis verbessern. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.
Metallschrottpreise bleiben schwunglos
Nach der Preiskorrektur in der Vorwoche tendierten die meisten Metallschrottsorten in dieser Woche seitwärts bis abwärts. Kupferschrott musste nochmals Einbußen hinnehmen. Wie aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht, zeigten auch Aluminiumschrott und Weichbleischrott etwas nach unten.
- Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) verlor zum Stichtag 3. Februar durchschnittlich 60 Euro je Tonne. Schwerkupferschrott (Keule) musste mit 80 Euro noch etwas mehr abgeben. Beide Schrottsorten blieben aber dennoch auf einem hohen Preisniveau.
- Auch vor Weichbleischrott (Paket) und Aluminiumprofilschrott (Alter) stand in dieser Woche ein Minus. Beide Schrottsorten verloren jeweils 40 Euro. Damit war der leichte Zugewinn aus der Vorwoche schon wieder zunichtegemacht.
- Altzinkschrott (Zebra) gab zumindest nicht weiter nach – die Preise blieben auf Vorwochenniveau stehen. Auch bei Nickel V4A (Alt- und Neuschrott) tat sich im Wochenvergleich preislich gesehen nichts. Die Erlöspreise für Nickel V4A stagnieren seit nunmehr drei Wochen. Bei Nickel V2A war am oberen Ende ebenfalls keinerlei Veränderung zu sehen. Der untere Preis dagegen kletterte um 110 Euro nach oben.
Entwicklung der Metallpreise an der LME:
Auch die Preise für einige der wichtigen Industriemetalle an der Londoner Metallbörse LME waren in dieser Woche abwärtsgerichtet. Eine Ausnahme war allerdings Zinn.
- Der Dreimonatspreis für Zinn setzte seinen Anstieg fort und notiert mittlerweile bei 22.915 US-Dollar je Tonne (Stichtag 3. Februar). Der Zinnpreis profitiert aktuell sowohl von einer starken Nachfrage als auch einem zu geringen Angebot. Laut World Bureau of Metal Statistics und der International Tin Association wies der globale Zinnmarkt im vergangenen Jahr ein Angebotsdefizit auf und wird auch in diesem Jahr vermutlich unterversorgt bleiben. Grund sei die starke Nachfrage aus der Elektronikindustrie, die von der Corona-Krise profitiere, sodass die Lagerbestände unter anderem an der LME bereits deutlich geschrumpft seien.
- Während Zink in etwa noch das Vorwochenniveau halten konnte, verschlechterten sich Aluminium und Blei. Der Aluminiumpreis ging um 1,57 Prozent (- 31,50 US-Dollar) zurück. Blei musste 1,55 Prozent (-32 US-Dollar) abgeben.
- Die Preise für Nickel und Kupfer waren zur Wochenmitte rückläufig. Nickel büßte 1,1 Prozent (- 197 US-Dollar) ein. Kupfer entfernte sich mit einem Minus von 1,00 Prozent (- 79,50 US-Dollar) weiter von der 8.000-US-Dollar-Marke. Marktbeobachter der CRU Group erwarten allerdings, dass der Kupferpreis mittelfristig wieder anziehen wird. Grund sei das voraussichtlich sinkende weltweite Kupferangebot. So habe sich infolge der Covid-19-Pandemie die Arbeit an neuen Minenprojekten verzögert. Das Londoner Beratungsunternehmen erwartet zudem, dass die Produktion aus bestehenden Kupferminen bis 2024 zurückgehen wird.
Die aktuellen Konjunkturbedingungen:
Die deutsche Wirtschaft ist bislang mit einem blauen Auge durch den zweiten Corona-Lockdown gekommen. Die erneuten Beschränkungen des öffentlichen Lebens bremsten zwar die Konjunkturerholung zum Jahresende 2020, die zunächst befürchtete deutliche Eintrübung blieb aber aus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal minimal um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte.
Besonders betroffen von den Beschränkungen des öffentlichen Lebens war nach Angaben der Wiesbadener Behörde zum Jahresende der private Konsum. Die Warenexporte und die Bauinvestitionen stützten die Konjunktur hingegen. Das leichte Plus beim Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal zeige, „dass die deutsche Wirtschaft zunehmend gelernt hat, mit den Kontaktbeschränkungen umzugehen“, erläuterte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Vor allem die Industrie erhole sich derzeit robust.
„Die deutsche Wirtschaft ist mit einem blauen Auge davon gekommen“, meinte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski mit Blick auf die letzten drei Monate 2020. Angesichts des aktuellen Lockdowns und der Impfsituation sei es allerdings schwer vorstellbar, dass die gleiche Zauberkunst im laufenden Quartal gelinge.
Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Zeitraum Januar bis März 2021 schrumpft. „Auch wenn die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal dem Lockdown getrotzt hat, rechnen wir für das erste Quartal weiter mit einem Minus“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Der Lockdown betreffe seit Mitte Dezember auch den Einzelhandel. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, verspricht das laufende Jahr zwar Besserung, „doch zunächst bleibt es schwierig“.
Das zeigt sich auch an der Stimmung in den Unternehmen in Deutschland, die sich zu Beginn des Jahres deutlich eintrübte. Im Januar war das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler gefallen.
Zudem brach die Konsumlaune der Verbraucher ein, wie aus der jüngsten Konsumklimastudie der GfK für Februar hervorgeht. „Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres“, erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl. Damals war das Konsumklima auf einen Tiefpunkt gesunken.






