Studie

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Wie viele Arbeitsplätze könnten entstehen, wenn Abfälle statt auf Deponien in Reparaturwerkstätten landen oder recycelt werden? Eine Non-Profit-Organisation hat das Job-Potenzial verschiedener Abfallbehandlungsarten untersucht. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar.

So viele Jobs könnte Zero Waste schaffen


Werden Abfälle repariert, statt auf der Deponie entsorgt, könnten 200 Mal mehr Arbeitsplätze entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Non-Profit-Organisation Gaia. In dem Job Report „Zero Waste and Economic Recovery“ haben die Autoren berechnet, wie viele Stellen geschaffen werden könnten, wenn die Abfälle entweder repariert, recycelt, remanufactured,  kompostiert oder verbrannt werden.

Bei der Berechnung wurde jeweils von 10.000 Tonnen Abfällen pro Jahr ausgegangen. Je nach Behandlungsart kamen dabei folgende Stellenanzahl heraus:

  • 404 Jobs pro 10.000 Tonnen Abfall könnten geschaffen werden, wenn die Abfälle repariert werden. Die hohe Zahl liegt demnach vor allem daran, dass Reparaturen aufwendig und zeitintensiv seien. Unter mögliche Stellen fällt etwa auch ein Wiederverkäufer.
  • Durch Recycling könnten 115 Jobs generiert werden, beispielsweise auch im Bereich der Abfallberatung.
  • Dank Remanufacturing könnte 55 Stellen pro 10.000 Tonnen Abfall entstehen. Die eher geringe Anzahl erklären die Autoren der Studie damit, dass hier vor allem das recycelte Material als Ausgangsmaterial für die Herstellung neue Produkte genutzt werde und dabei nicht viele Stellen geschaffen würden.
  • Die Kompostierung von etwa 10.000 Tonnen Abfall schafft 7 Arbeitsplätze.
  • Bei der Verbrennung oder Deponierung rechnen die Autoren der Studie mit 2 Stellen.

Die unterschiedlichen Stellenzahlen lassen sich jedoch nur bedingt vergleichen, da nicht alle Abfallarten für jede Behandlungsart in Frage kommen. Für die Autoren der Studie ist dennoch klar: „Die beste Strategie, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen, ist gleichzeitig auch die Abfallbehandlung mit der besten Umweltauswirkung.“

In einem weiteren Schritt wurde untersucht, wie viele Jobs geschaffen werden könnten, wenn Städte auf eine Zero-Waste-Strategie umschwenken würden. Unter Zero-Waste verstehen die Autoren die „Priorisierung von Abfallreduzierung, vor Wiederverwendung, Reparatur, Recycling und Kompostierung und die Minimierung von Entsorgung wie Verbrennung und Deponierung“. Das ultimative Ziel sei eine Kreislaufwirtschaft, die die Abfallentsorgung auf null reduziert. Würden das 97 internationale Großstädte des sogenannten Netzwerks „C40“ umsetzen, könnten 2,9 Millionen Jobs entstehen, rechnet Gaia vor.

Zu den C40-Städten gehören etwa Berlin, London, Buenos Aires, Kapstadt oder Shanghai. Das Netzwerk unterstützt Städte bei der Umsetzung von Maßnahmen gegen den Klimawandel. Den Angaben zufolge lebt jeder zwölfte Mensch in einer der 97 Großstädte.

© 320°/ek | 16.02.2021
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