Joint Venture

Seltene Kooperation zwischen MVA-Betreiber und Dualem System: Die beiden Firmen EEW und Grüner Punkt wollen gemeinsam Mischkunststoffe und Sortierreste aufbereiten, um sie dann von einem Dritten chemisch recyceln zu lassen. Das gewonnene Pyrolyseöl wollen sie vermarkten.

EEW und Grüner Punkt planen Aufbereitungsverfahren für chemisches Recycling


Geplant ist nach Angaben der beiden Unternehmen ein gemeinsames Verfahren, dass Mischkunststoffe und Sortierreste so aufbereitet, dass sie von einem Dritten chemisch recycelt werden können. Die Kunststoffabfälle sollen dabei via Pyrolyse verölt werden, sodass am Ende des chemischen Recyclingprozesses ein Pyrolyseöl zur Verfügung steht. Dieses wollen EEW und Grüner Punkt dann an Markenartikelhersteller vermarkten. Das Pyrolyseöl könnte beispielsweise wieder für die Produktion von Verpackungen eingesetzt werden.

Welches Unternehmen das chemische Recycling übernehmen wird, stehe noch fest, sagt Grüner Punkt-Sprecher Norbert Völl auf Anfrage von 320°. Das Ziel sei in jedem Fall, nur Kunststoffabfälle zu verwenden, die bislang aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen noch nicht wiederverwertet werden können. Hierfür wollen Grüner Punkt und EEW ein Joint Venture gründen und bis Jahresende ein technisch und wirtschaftlich tragfähiges Verfahren entwickeln. Zugleich wollen sie gemeinsam eine Behandlungsanlage errichten und betreiben. Die Jahreskapazität soll sich auf 200.000 Tonnen belaufen.

Für das Vorhaben will der Grüne Punkt unter anderem flächige Mischkunststoffe aus der Wertstofftonne oder dem Gelben Sack sowie kunststoffhaltige Sortierreste aus der Sortierung von Leichtverpackungen und Aufbereitungsreste aus den beiden firmeneigenen Kunststoffrecyclinganlagen zur Verfügung stellen. EEW will aus dem angelieferten Hausmüll zur energetischen Verwertung die darin enthaltenen Kunststoffabfälle aussortieren.

„Mit diesem Joint Venture schaffen wir eine überzeugende Lösung für Kunststoffabfälle, für die ein Recycling heute noch ausgeschlossen ist“, erklärt Grüner Punkt-Chef Michael Wiener. „Unsere weit entwickelten Verfahren zum mechanischen Recycling ergänzen wir damit komplementär um ein völlig neues Aufbereitungsverfahren. Damit können wir unseren Kunden in Zukunft ein noch breiteres Angebot machen.“

„Auf einen Nenner gebracht steht unser Joint Venture für mehr und besseres Recycling, für das wir unsere Standorte und unser technisches Know-how im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft einsetzen“, sagt EEW-Chef Bernard M. Kemper „Mit der Kooperation bündeln erstmals Unternehmen auf dem Gebiet der stofflichen und der energetischen Verwertung ihre Kräfte, um das chemische Recycling zu stärken und damit den Rohstoffkreislauf weiter zu schließen.“

320°/sk

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