Biobasiert und recycelbar

Papier statt Kunststoff: Procter & Gamble will die weltweit erste Papierflasche entwickeln, die zu 100 Prozent biobasiert und recycelbar ist. Sie soll für Marken wie Lenor und Ariel verwendet werden.

Lenor in der Papierflasche


Bis wann Procter & Gamble die Papierflasche auf den Markt bringen wird, ist offen, doch allzu lange dürfte es wohl nicht mehr dauern. Der Konzern will den Einsatz von Kunststoffen in der europäischen Waschepflegesparte bis 2025 um 30 Prozent reduzieren. Konzernweit soll der Einsatz von Neukunststoffen bis 2030 um 50 Prozent verringert werden.

„Lenor als Pilotmarke verwendet bereits mit großem Erfolg recycelten Kunststoff in ihren Verpackungen“, sagt Jerry Porter, Senior Vice President of R&D for Global Fabric & Home Care Sector. „So werden die auf dem europäischen Markt angebotenen transparenten Flaschen bereits aus bis zu 100 Prozent recyceltem Kunststoff hergestellt. Nun wollen wir mit biobasierten Verpackungen, die eine vielversprechende Zukunft haben, den nächsten Schritt machen.“

Ziel sei es, die weltweit erste zu 100 Prozent biobasierte und recycelbare Papierflasche zu entwickeln und sie in großem Maßstab einzusetzen. Dafür wird Procter & Gamble mit dem Papierflaschenhersteller Paboco zusammenarbeiten. „Die Aufbewahrung von Flüssigkeiten in Papier ist eine besondere Herausforderung, aber eine erfolgreiche Umsetzung könnte große Vorteile für den Planeten bringen“, erklärt Paboco-Chefin Gittan Schiöld.

Modell einer recycelbaren Papierflasche (Foto: Procter & Gamble Germany GmbH & Co Operations oHG)

Paboco ist auch Entwicklungspartner von Coca-Cola. Im November vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einen Prototypen für eine Coca-Cola-Papierflasche präsentiert. Aktuell testet Coca-Cola die Papierflasche in Kooperation mit einem Online-Lebensmittelhersteller in Ungarn. Hinter Paboco stehen der österreichische Verpackungshersteller Alpla und der Hersteller von Papierverpackungen BillerudKorsnäs aus Dänemark, die beide zu gleichen Teilen an dem Papierflaschenhersteller beteiligt sind.

Von der neuen Kooperation mit Procter & Gamble verspricht sich Paboco weitere Marktchancen. „P&G Fabric & Home Care als Partner in unserer Papierflaschen-Community begrüßen zu dürfen, gibt unserer Vision enormen Schub“, sagt Firmenchefin Schiöld. Die Zusammenarbeit eröffne neue Möglichkeiten für die Skalierung der Papierflaschentechnologie.

320°/sk

Mehr zum Thema
80 Millionen Euro für Aromaten aus Kunststoffmüll
Chemisches Recycling soll aufsteigen – Verbände bremsen
Altfahrzeuge: Neue EU-Verordnung tritt in Kraft
Union warnt: PPWR fragmentiert den Binnenmarkt
Altpapierpreise: Juli bringt kaum Bewegung
PPWR-Konformitätserklärung: Hier gibt es kostenlose Vorlagen
Erema: Umsatz bricht um 28 Prozent ein
KrWG-Novelle: WWF vermisst das Rohstoffziel
Studie: Verpackungssteuer bringt wenig, kostet viel
Wie sich ein Stretchgarn ohne Trennverfahren recyceln lässt
BDE will grünen Stahl allein am CO2-Fußabdruck messen
Sieben Partner arbeiten an zirkulären Elektrolyse-Stacks