VOEB-Studie
Junge Menschen unter 30 Jahren nehmen es mit der Abfalltrennung nicht so genau. Das zeigt auch eine Studie der österreichischen Entsorgerverband VOEB. Der Verband fordert mehr Aufklärung.
Jung, umweltbewusst und lax bei der Mülltrennung
Abfall trennen, mit Lebensmitteln achtsam umgehen, Verpackungsmüll und Plastik vermeiden sowie Problemstoffe richtig entsorgen: So tragen die Österreicher laut eigenen Angaben aktiv zum Umweltschutz bei. Doch das trifft hauptsächlich auf die Älteren zu, die Jüngeren hingegen haben noch Aufholbedarf.
Laut einer Umfrage desVerbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) bestätigen 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher, dass Abfall ein wichtiger Rohstoff ist, und 87 Prozent der Befragten wünschen sich eine ökologische Kreislaufwirtschaft, in der Rohstoffe wiederverwertet werden. Sorge bereitet dem Verband allerdings der Umstand, dass
- junge Menschen unter 30 Jahren deutlich seltener als Ältere angeben, ihren Abfall zu trennen. So geben 91 Prozent der über 60-Jährigen an, den Müll zu trennen. Bei den unter 30-Jährigen sind es nur 72 Prozent.
- 77 Prozent der Älteren angeben, Problemstoffe wie Batterien korrekt zu entsorgen. Bei den Jüngeren sind es nur 52 Prozent.
- Dass 60 Prozent der Älteren Verpackungsmüll vermeiden wollen, aber nur 47 Prozent bei den Jüngeren.
Im Gegensatz dazu engagieren sich die Jüngeren öfters aktiv an umweltpolitischen Bewegungen wie z.B. Fridays for future (11 Prozent versus 1 Prozent bei den Älteren) oder beteiligen sich an Säuberungsaktionen (19 versus 13 Prozent). „Immer wieder bestätigen Studien, dass sich junge Menschen zwar umweltpolitisch engagieren, aber im Alltag nicht immer entsprechend handeln“, sagt VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly. „Diesen Widerspruch erklären wir uns damit, dass die Mülltrennung vor rund 30 Jahren in Österreich eingeführt, damals massiv beworben und darüber diskutiert wurde – heute allerdings nicht mehr. Daher scheint sie für die ältere Generation selbstverständlich zu sein, nicht aber für die jüngere.“
Jüly fordert daher eine „zeitgemäße Aufklärung über Mülltrennung“, um die junge Generation zu erreichen – am besten über Apps oder sozialen Medien und in mehreren Sprachen. „Und natürlich wäre es am einfachsten, wenn die österreichweit geforderte einheitliche Sammlung von Wertstoffen endlich umgesetzt wird“, so die Verbandsvertreterin. In Österreich gebe es derzeit bis zu 13 verschiedene Sammelsysteme, um beispielsweise Plastikflaschen, Leichtverpackungen oder Dosen zu sammeln.
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