Wind zu Wärme

In Hamburg hat der Bau einer der größten Power-to-Heat-Anlagen Deutschlands begonnen. Die Anlage soll Windstrom in Fernwärme umwandeln. Pro Jahr könnten mit der Anlage bis zu 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Power-to-Heat-Anlage soll Hamburg mit grüner Fernwärme versorgen


Mit dem symbolischen Spatenstich hat auf dem Gelände des Heizkraftwerks in Wedel am Mittwoch der Bau einer der größten Power-to-Heat-Anlagen Deutschlands begonnen. Mit einer Leistung von 80 Megawatt soll sie künftig Windstrom in Fernwärme umwandeln, erklärte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).

Auf diese Weise könnten rund 27.000 Hamburger Haushalte beheizt werden. Außerdem soll die neue Anlage dazu beitragen, den Kohleeinsatz des Heizkraftwerkes Wedel bis zur dessen Stilllegung im Jahr 2025 zu reduzieren.

Die Wind-zu-Wärme-Anlage soll zur Heizperiode 2022/2023 in Betrieb gehen und an windstarken Tagen Strom nutzen, der ansonsten nicht aus dem Norden über Stromleitungen abtransportiert werden könne. Man profitiere deshalb in dreierlei Hinsicht, sagte Kerstan. „Wir machen einen wichtigen Schritt in Richtung CO2-Reduzierung der Fernwärme, können den Einsatz von Kohle im Heizkraftwerk Wedel während der Restlaufzeit bis 2025 herunterfahren und wir reduzieren die Abregelung von Strom aus Windkraft.“

Pro Jahr könnten mit der Anlage bis zu 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Mittel- und langfristig helfe die Anlage „beim Umbau unserer Wärmeerzeugung in Richtung CO2-freier Wärme“, sagte der technische Geschäftsführer der Wärme Hamburg, Michael Beckereit. Die Investitions- und Anbindungskosten der neuen Anlage in Höhe von gut 31 Millionen Euro würden vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz getragen.

320°/dpa

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