Ampel-Koalition

Zwei Monate nach der Bundestagswahl hat die Ampel-Koalition sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. In dem knapp 180 Seiten starken Dokument gibt es auch einen Passus zur Kreislaufwirtschaft. Hier der Text im Wortlaut.

Koalitionsvertrag: Das ist der Passus zur Kreislaufwirtschaft


An diesem Mittwochnachmittag haben die Spitzen von SPD, Grünen und FDP den neuen Koalitionsvertrag vorgestellt. Enthalten ist auch ein Passus zur Kreislaufwirtschaft. Wir dokumentieren den Text im Wortlaut:

„Wir fördern die Kreislaufwirtschaft als effektiven Klima- und Ressourcenschutz, Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Arbeitsplätze. Wir haben das Ziel der Senkung des primären Rohstoffverbrauchs und geschlossener Stoffkreisläufe. Hierzu passen wir den bestehenden rechtlichen Rahmen an, definieren klare Ziele und überprüfen abfallrechtliche Vorgaben.

In einer „Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie“ bündeln wir bestehende rohstoffpolitische Strategien. Auf dieser Grundlage setzen wir uns in der EU für einheitliche Standards ein. Anforderungen an Produkte müssen europaweit im Dialog mit den Herstellern ambitioniert und einheitlich festgelegt werden. Produkte müssen langlebig, wiederverwendbar, recycelbar und möglichst reparierbar sein.

Wir stärken die erweiterte Herstellerverantwortung auf europäischer Ebene. Wir führen digitale Produktpässe ein, unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung und wahren das Prinzip der Datensparsamkeit. Wir stärken die Abfallvermeidung durch gesetzliche Ziele und ökologisch vorteilhafte Mehrweg-, Rücknahme- und Pfandsysteme sowie Branchenvereinbarungen. Hierbei unterstützen wir innovative, nachhaltige Ideen wie geteilte Nutzung.

Wir etablieren ein Anreizsystem, um bestimmte Elektrogeräte und gefährliche Lithium-Ionen-Batterien umweltgerecht zu entsorgen und der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Die Retourenvernichtung werden wir reduzieren. Mit einem gesetzlich verankerten Fondsmodell belohnen wir ressourcenschonendes und recyclingfreundliches Verpackungsdesign sowie den Rezyklateinsatz. Wir führen ein Recycling-Label ein.

Mit einer Beschleunigung der Entwicklung von Qualitätsstandards für Rezyklate werden neue hochwertige Stoffkreisläufe geschaffen. Qualitätsgesicherte Abfallprodukte sollen aus dem Abfallrecht entlassen werden und einen Produktstatus erlangen. Wir schreiben höhere Recyclingquoten und eine produktspezifische Mindestquote für den Einsatz von Rezyklaten und Sekundärrohstoffen auf europäischer Ebene fest.

Wir nehmen chemisches Recycling im Verpackungsgesetz als Recyclingoption auf. Wir setzen uns für ein europaweites Ende der Deponierung von Siedlungsabfällen ein. Wir gehen mit den Ländern entschlossen gegen illegale Abfallexporte vor. Der Export von Abfällen soll europarechtlich nur noch in zertifizierten Recyclinganlagen möglich sein. Wir wollen ein Level-Playing-Field für Plastik-Rezyklate.“

320°/sk

Mehr zum Thema
„Doppelwumms“ gegen Energiekrise
Opposition kritisiert CO2-Preis für Müllverbrennung
Was sich im Umgang mit Asbest ändern soll
Kreislaufwirtschaft: Lemke kündigt „breiten Dialogprozess“ an
bvse: Müllverbrennung profitiert von Energiekrise
Lebensmittelkontakt: Diese Anforderungen müssen Kunststoffrezyklate künftig erfüllen
Keine staatliche Unterstützung für Recyclingwirtschaft
Mehr Biogas: Wirtschaftsministerium will Stromerzeugung ausweiten
Handys und Tablets sollen Energielabel bekommen