Verpackungen

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Die Entwicklung von Verpackungen aus Silphie-Papier ist der Anfang, weitere nachhaltige Verpackungslösungen sollen folgen: Der Konsumgüterkonzern Procter&Gamble arbeitet künftig mit PreZero zusammen. Ziel ist eine bessere Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft: PreZero und Procter&Gamble kooperieren


Wenn PreZero-Chef Thomas Kyriakis von der neuen Kooperation mit Procter&Gamble (P&G) spricht, gerät er ins Schwärmen. „Mit P&G denken wir jetzt ‚Zusammenarbeit‘ neu, kommen so unserer gemeinsamen Verantwortung als große Unternehmen nach und heben damit die Kreislaufwirtschaft auf ein völlig neues Level“, erklärt er vergangene Woche beim Deutschen Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf. Die beiden Unternehmen würden über einen gegenseitigen Know-how-Transfer ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln und als Pioniere innovative Nachhaltigkeitskonzepte vorantreiben.

Den Anfang haben beide Konzerne mit der Entwicklung von Papier-Verpackungen aus der Silphie-Pflanze gemacht. Die Fasern der Silphie-Pflanze ersetzen derzeit bis zu 35 Prozent der Zellstoff-Fasern und können sowohl im Food- als auch im Non-Food-Bereich eingesetzt werden. Das Verfahren hat die Firma OutNature entwickelt, die zur Schwarz-Gruppe gehört, so wie PreZero auch. Dass diese Entwicklung in „Rekordzeit“ umgesetzt werden konnte, sei auch die Kooperation mit P&G zurückzuführen, erklärte Kyriakis in Düsseldorf.

Kaufland und Lidl, die gleichfalls zur Schwarz-Gruppe gehören, setzen Silphie-Verpackungen bereits für Biokresse sowie für diverses Obst und Gemüse ein. Auch Räucher- und Stremellachs der Eigenmarke K-Bio bei Kaufland soll künftig in dieser Verpackung verkauft werden. P&G hat nun angekündigt, ab diesem Monat die P&G Marken Gillette und Always in Silphie-Papier zu verpacken. Die Artikel sollen über Lidl und Kaufland in den Handel kommen.

Gilette-Verkaufsdisplays aus Silphie-Papier (Foto: Procter&Gamble Germany)

Daneben wollen die beiden Konzerne auch „weitere Schritte des Wertstoffkreislaufes betrachten“, wie es heißt. Das soll dazu dienen, weitere Potenziale bei der Recyclingfähigkeit zu identifizieren.  „Um in Hinblick auf den CO2-Fußabdruck des Unternehmens im großen Stil etwas bewegen zu können, sind Marken gefordert, den Status quo bei den verwendeten Verpackungsmaterialien zu überdenken“, erklärt P&G. Mit Silphie werde sich die „Welt des Papiers“ verändern, meint man bei P&G.

320°/sk

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