Versorgungssicherheit

Eine aktuelle Studie belegt, dass es für viele Industrierohstoffe keine weitreichende Versorgungssicherheit gibt. Die bayerische Wirtschaft zeigt sich besorgt. Sie fordert eine Strategie für die Kreislaufwirtschaft.

Rohstoff-Studie: Kobaltreserven reichen noch 11 Jahre


Die Versorgungssicherheit der Industrie mit bestimmten Rohstoffen ist nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sehr kritisch. Hoch riskant sei die Versorgung unter anderem mit Kobalt, Lithium und Graphit, sagte IW-Consult-Geschäftsführer Karl Lichtblau am Mittwoch in München. Diese drei Rohstoffe werden insbesondere für die Herstellung von E-Auto-Batterien benötigt. Kritisch sei zudem die Verfügbarkeit von Platin, Iridium und Nickel – wichtige Rohstoffe für die Wasserstoff-Herstellung.

Nach IW-Angaben werden für 36 Millionen neue E-Autos im Jahr 2030 rund 1.300 Gigawattstunden Batteriekapazität benötigt. Die bekannten Kobaltreserven reichten beim heute absehbaren Bedarf nur noch für 11 Jahre. Das sei kein Grund zur Panik, „aber ein Warnsignal, dass wir auf allen Ebenen etwas tun müssen“, sagte Lichtblau.

Inzwischen haben mehrere Batteriehersteller bereits angekündigt, an kobaltfreien Batterien zu arbeiten. Der chinesische Autobauer Great Wall Motors war in diesem Jahr einer der Ersten, die Fahrzeuge mit einer kobaltfreien Batterie auf den Markt gebracht haben. Lieferant der Batterien ist Svolt Energy Technology.

Bessere Kontrollen

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die die Studie in Auftrag gegeben hatte, forderte, Rohstoff-Partnerschaften mit anderen Ländern außenpolitisch und entwicklungshilfepolitisch zu fördern. Viele Metalle oder Minerale kämen in Ländern außerhalb Europas vor. Zugleich gebe es einen Wettbewerb mit Ländern wie China und anderen Schwellenländern, die für ihr Wachstum sehr viele Rohstoffe bräuchten.

Um die Abhängigkeit zu verringern, müsse die deutsche Wirtschaft mehr Rohstoffe recyceln. Von der Bundesregierung erwarte die Wirtschaft eine „zukunftsfähige Strategie für eine Kreislaufwirtschaft“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Rohstoffeffizienz und -ersatz müssten durch Forschung und „innovationsgetriebene Verbesserungen“ vorangetrieben werden.

Zugleich sollte auch der illegale Export von Sekundärrohstoffen eingedämmt werden. Dafür müssten die behördlichen Kontrollen effektiver werden, beispielsweise durch verbesserte Stichproben.

320°/dpa/sr

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