Standortentscheidung

Eigentlich sollte Porsches neue Batteriefabrik in Tübingen entstehen. Jetzt ist die Wahl auf Reutlingen gefallen. 2024 soll die Produktion starten.

Porsche baut Batteriefabrik in Reutlingen


Porsche hat die Suche nach einem Standort für seine Fabrik für Hochleistungs-Batteriezellen abgeschlossen. Wie die Porsche-Tochter Cellforce Group am Freitag mitteilte, wird die Fabrik in einem gemeinsamen Industriegebiet von Reutlingen und Kirchentellinsfurt in Baden-Württemberg entstehen. Den Ausschlag für das Industriegebiet zwischen Reutlingen und Tübingen habe vor allem die geografische Lage gegeben.

Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) sagte, durch die Ansiedlung werde der bereits bestehende Verbund der Elektromobilität gestärkt. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) erklärte, man habe für die Batteriezellenfertigung zwei Grundstücke angeboten und eine Genehmigung auf den Weg gebracht. „Die Fabrik ist in der Planung aber so schnell gewachsen, dass wir wegen der Knappheit an Flächen in Tübingen kein ausreichend großes Gelände anbieten konnten.“ Daher habe er seinen Amtskollegen Keck gebeten, einen Reutlinger Standort ins Spiel zu bringen und bei Porsche dafür geworben. „Ich bin sehr froh, dass diese gemeinsame Bewerbung von Erfolg gekrönt war.“

Die neue Fabrik wird auf einem 28.151 Quadratmeter großen Grundstück gebaut. Kaufpreis und die Höhe der geplanten Investitionen wurden nicht genannt. Geplant ist, die Batterieproduktion auf eine Kapazität von 100 Megawattstunden pro Jahr auszulegen und im Jahr 2024 zu starten. Dann könnten Batteriezellen für rund 1.000 Autos hergestellt werden.

Die Produktionspläne hatte Porsche bereits im Sommer vorgestellt. Damals hatte der Autobauer bekannt gegeben, an dem Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group 72,7 Prozent der Anteile zu übernehmen. Der Rest liegt bei der Fraunhofer-Ausgründung Customcells aus Itzehoe in Schleswig-Holstein.

Der Staat fördert den Bau mit 60 Millionen Euro an Steuergeldern. Zwei Drittel der Summe kommt vom Bund, ein Drittel vom Land. Als Zellentwicklungspartner ist früheren Angaben zufolge das Chemieunternehmen BASF dabei. Bis 2025 soll die Belegschaft von derzeit 23 Mitarbeitern auf etwa 100 Personen aufgestockt werden.

320°/dpa/sk

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