Circular Economy

Wer gute Ideen für textile Kreisläufe hat, kann sich jetzt um eine Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bewerben. Gesucht sind technisch und ökonomisch praktikable Lösungen für eine Circular Economy. Projektskizzen können bis Ende März eingereicht werden.

DBU startet Ideenwettbewerb für textile Kreisläufe


Wie groß der Bedarf nach Kreislaufwirtschaftslösungen im Textilbereich ist, verdeutlicht eine Untersuchung der Ellen MacArthur-Stiftung: Von den jährlich weltweit rund 100 Milliarden hergestellten Kleidungsstücken wird lediglich ein kleiner Anteil in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt – knapp zwölf Prozent.

Eine Circular Economyin der Textilwirtschaft findet daher kaum statt. „Derzeit werden Textilien fast ausschließlich aus frischen Fasern hergestellt“, erklärt DBU-Abteilungsleiter Maximilian Hempel. „Das führt zu erheblichen Umweltschäden – bedingt unter anderem durch hohen Wasserverbrauch, den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln im konventionellen Baumwollanbau sowie umweltschädliche Abluft- und Abwasseremissionen bei der Faserherstellung sowie der Textilveredelung.“

Eine Circular Economy könnte helfen, die Mechanismen zu durchbrechen. „Gemeinsam mit den kreativen und innovativen Vorschlägen vor allem der mittelständischen Wirtschaft wollen wir Wege freimachen für eine umfassende Kreislaufwirtschaft“, sagt Hempel. Mit Circular Economyverbindet er den sogenannten „Resolve“-Ansatz, der sechs Stoßrichtungen einer CE-Strategie umfasst. Das Kürzel steht für „regenerate“ (erneuerbare Ressourcen nutzen), share (teilen), optimize (Abfallvermeidung), loop (wiederverwerten), virtualize (ersetzen durch Digitalisierung) sowie exchange (ressourcenschonende Alternativen als Ersatz).

Die Textilindustrie könne zu einer „Pionierin für einen Paradigmenwechsel“ werden, glaubt auch so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die aktuelle DBU-Förderinitiative adressiert daher kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Forschungseinrichtungen, die innovative Ideen zu ressourcenschonenden Produkt-, Material- und Stoffkreisläufen entwickelt haben. „Als Projektskizzen gefragt sind neben technischen und ökonomisch praktikablen Lösungen explizit auch Neu-Entwicklungen für Bildungs- und Qualifizierungsformate, die einer Circular Economyim Textilbereich zum Erfolg verhelfen können, heißt es seitens der DBU.

Besonders praxisnahe Vorschläge hätten gute Chancen. „Dabei kann es etwa darum gehen, Altprodukte wiederzuverwenden, kreislauffähige Materialinnovationen zu präsentieren, IT-basierte Lösungen fürs Teilen von Waren und Gütern zu entwickeln oder neue Wege für eine kreislauffähige Textil-Logistik, zum Beispiel inklusive Pfandsystem, digitaler Kennzeichnung oder smarten Sammelbehältern zu erarbeiten.“ Die Projektskizzen können bis zum 31. März bei der DBU eingereicht werden.

320°/sr

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