Anlage in Eitting

Seit Mitte Januar läuft im bayerischen Eitting die neue LVP-Sortieranlage von PreZero. Die Anlage sei die modernste Sortieranlage für Leichtverpackungen in Europa, heißt es. Auch schwarze Kunststoffe könnten sortiert werden.

LVP-Sortierung mit Black Scans


Der Recyclingkonzern PreZero hat Mitte Januar seine neue Sortieranlage für Leichtverpackungen im bayerischen Eitting in Betrieb genommen. Nach knapp einjähriger Bauzeit können dort bis zu 120.000 Jahrestonnen Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack aufbereitet werden.

In die Anlage hat PreZero nach eigenen Angaben rund 40 Millionen Euro investiert. Sie sei Europas modernste Sortieranlage für Leichtverpackungen und könne rund um die Uhr an 365 Tagen in Betrieb sein.

Im Sortierprozess würden sogenannte Black Scans eingesetzt: Sie identifizieren schwarze Kunststoffe, die in herkömmlichen Anlagen schlecht sortiert werden können. Außerdem unterstützten Sortierroboter der neuesten Generation die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Qualitätskontrolle und der Nachsortierung. Auf Basis künstlicher Intelligenz werde die Anlage sämtliche durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Sortierquoten im Rahmen Verpackungsgesetzes übertreffen, heißt es.

18 verschiedene Fraktionen

Das gesammelte Verpackungsmaterial wird laut PreZero in insgesamt 18 verschiedene Fraktionen sortiert. Darunter fallen die Kunststoffarten, Polypropylen, Polyethylenterephthalat (PET), Polyethylen und Polystyrol. Anders als in anderen Anlagen könnten die jeweiligen Fraktionen zusätzlich nach Farben sortiert werden. Auf eine manuelle Sortierung könne weitestgehend verzichtet werden.

Mit der neuen Anlage kommt PreZero nach eigenen Angaben auf eine Gesamtsortierkapazität für Leichtverpackungen in Höhe von 600.000 Tonnen. „Im Hinblick auf unsere internationalen Strukturen schließen wir mit dem Standort in Eitting eine geografische Lücke“, sagt Christian Kampmann, Leiter Business Unit Sorting. „Vor allem unsere Recyclinganlagen in Österreich und Italien sind logistisch sehr gut zu erreichen. Sie können künftig auf sortenrein aufbereitetes Material zurückgreifen und dieses für die nachfolgenden Produktionsprozesse verwenden.“

320°/re

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