Alternative Kraftstoffe

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Die Deutsche Bahn läutet das Ende des Dieselkraftstoffes ein: Bis 2040 soll kein Diesel mehr verwendet werden. Als Alternative dienen unter anderem Kraftstoffe aus Abfällen.

Statt Diesel: Bahn setzt auf Kraftstoffe aus Abfällen


Die Deutsche Bahn will Dieselkraftstoffe sukzessive aus ihrer Flotte verbannen und ersetzen. „Unsere 3.000 Dieselfahrzeuge sind bereits ab diesem Jahr nach und nach mit alternativen Kraftstoffen unterwegs“, teilte Bahnchef Richard Lutz am Sonntag mit. Bis 2040 soll der Dieselkraftstoff vollständig abgeschafft sein.

Die Bahn setzt dafür unter anderem auf Biokraftstoffe, die aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden sollen. Auf diese Weise stehe die Herstellung nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Vorhandene Dieselmotoren müssten dafür nicht umgerüstet werden.

Neufahrzeuge sollen den Angaben nach künftig nur noch mit Wasserstoff- oder Batterieantrieb angeschafft werden. Entsprechende Tests mit batteriebetriebenen Zügen sollen in den kommenden Monaten folgen.

Erst Mitte Januar hatte auch die Güterverkehrstochter DB Cargo ähnliche Ziele angekündigt. Dort sollen mittelfristig sämtliche Dieselloks durch modernere Antriebe ersetzt werden. Die Flotte soll unter anderem mit sogenannten Zwei-Kraft-Loks ergänzt werden. Diese können zwischen herkömmlichem Diesel- und modernem Elektroantrieb wechseln und damit sowohl auf elektrifizierten Gleisstrecken als auch auf Nebenstrecken ohne Oberleitung eingesetzt werden.

Alternative zu Ökostrom

Aus Sicht des Umweltbundesamts (UBA) müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit Kraftstoffe aus Abfall den Treibhausgasausstoß wirklich senken. So müssten genug Reststoffe verfügbar sein und es müsse sicher sein, dass sich damit nicht an anderer Stelle mehr Klimagase vermeiden lassen. Das UBA empfiehlt, Alternativkraftstoffe nur dann zu nutzen, wenn auf der Strecke kein Ökostrom verfügbar ist.

Doch davon gibt es viele Strecken: 39 Prozent des Netzes sind nicht elektrifiziert, es gibt dort weder Oberleitungen noch Stromschienen – so wie auf dem Hindenburg-Damm zwischen dem Festland und Sylt. Insgesamt sind 13.000 Kilometer ohne Strom. Für solche Abschnitte testet die Bahn auch Hybrid-Loks mit Diesel und Batterie. Auch reine Batteriezüge und solche mit Wasserstoffantrieb soll es geben.In Niedersachsen beispielsweise werden Wasserstoffzüge schon seit Herbst 2018 getestet.

Die Deutsche Bahn will bis 2050 insgesamt klimaneutral arbeiten, bis dahin muss sie sich auch von fossilen Kraftstoffen verabschieden. Parallel elektrifiziert die Bahn weitere Strecken, doch das ging in den vergangenen Jahren nur langsam voran. Der Ökostrom-Anteil im Bahnstrom liegt derzeit bei 60 Prozent. Für 2038 werden 100 Prozent angestrebt.

320°/dpa/re

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