Neues Behandlungsverfahren

Flugasche muss als gefährlicher Abfall deponiert werden. Der dänische Entsorger Vestforbraending holt aus der Asche Schwermetalle und Salze zurück. Die Restasche könnte künftig sogar als Baumaterial verwendet werden. Die Technik dafür kommt von BHS Sonthofen.

Flugasche: Vom gefährlichen Abfall zum Baumaterial?


Flugasche aus Müllverbrennungsanlagen gilt als gefährlicher Abfall und muss als solcher auf entsprechenden Deponien oder in Minen entsorgt werden. Es geht aber auch anders: Der dänische Entsorger Vestforbraending hat gemeinsam mit dem schwedischen Recycler Stena Metall ein Verfahren entwickelt, um Flugasche zu recyceln. Dabei werden zum einen Wertstoffe zurückgewonnen und zum anderen kann die verbleibende Restasche als normaler Abfall entsorgt werden – oder auch als Baustoff dienen.

Halosep heißt das Behandlungsverfahren, das Vestforbraending und Stena in dem gleichnamigen Projekt entwickelt haben. Ende 2020 wurde eine Demonstrationsanlage bei Vestforbraending eingeweiht. Seit 2021 läuft eine Pilotanlage. Die Technik dafür – ein Traggurtfilter sowie ein Bandfilter – hat der Anlagenbauer BHS Sonthofen geliefert.

Metalle und Salze werden ausgelöst

Die Behandlung der Flugasche erfolgt in einem mehrstufigen Prozess. Zuerst wird sie mit dem Waschwasser der Rauchgasreinigung versetzt, was zu einer Auslösung von Metallen und Salzen aus der Asche führt. Ein BHS Bandfilter filtriert dann die so entstehende Suspension. Nach einer weiteren Wäsche bleibt der Feststoff als gereinigte Asche zurück.

Wie BHS erklärt, wird das im ersten Schritt verwendete Prozesswasser weiter behandelt, um sowohl Salze als auch Metalle zurückzugewinnen. Nach dem Abscheiden des Salzwassers filtriert ein BHS Traggurtfilter mit kontinuierlicher Vakuumfiltration die Suspension – die Metalle bleiben als Feststoff zurück. Nun kann das Prozesswasser in den Prozess zurückgeführt werden.

Bandfilter von BHS Sonthofen (Foto: BHS Sonthofen)

Rund 15.000 Tonnen Flugasche pro Jahr werden in der neuen Anlage behandelt. Der Prozess ermögliche es, den Aschenrückstand, im Gegensatz zum Ausgangsmaterial, auf normalen Deponien für nicht gefährliche Abfälle zu lagern, betont BHS. Das neue Verfahren sei also in doppelter Hinsicht ein Gewinn: Es mache die Vermarktung von zurückgewonnenen Wertstoffen möglich und senke die Kosten bei der Entsorgung.

Für die Zukunft plant Vestforbraending, den Prozess weiter zu optimieren.  „Das Ziel des Halosep-Verfahrens ist es, die Belastung der Asche zu reduzieren und diese somit lokal deponieren zu können“, sagt Projektmanager Samuel Moore. „Wenn das gelingt, prüfen wir die Möglichkeit, die Asche als Baumaterial zu verwenden.“

320°/ek

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