Zahlen für 2020

Auch 2020 ist das Abfallaufkommen in der EU gestiegen. Weit oben auf der Rangliste der abfallproduzierenden Länder steht Deutschland. Aber es gibt auch Länder, die ihr Pro-Kopf-Aufkommen reduzieren konnten.

Mehr Siedlungsabfall in der EU


Menschen in Deutschland produzieren mehr Siedlungsabfall als Bürger in den meisten anderen EU-Ländern. Das geht aus Daten der Statistikbehörde Eurostat zu kommunalen Siedlungsabfällen hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Demnach entsorgte jede Person in Deutschland 2020 im Durchschnitt 632 Kilogramm. Das waren 67 Kilogramm mehr als 2005.

Mehr Müll als in Deutschland produzierten 2020 nur die Menschen in Dänemark (845 Kilogramm pro Kopf), Luxemburg (790 Kilogramm) und Malta (643 Kilogramm). Im Durchschnitt produzierte jeder EU-Bürger 505 Kilogramm Siedlungsabfall – 4 Kilogramm mehr als 2019 und 38 Kilogramm mehr als 1995.

Sieben Mitgliedstaaten schafften es 2020, die Pro-Kopf-Menge der kommunalen Abfälle im Vergleich zu 1995 zu verringern: Bulgarien (-36 Prozent), Ungarn (-21 Prozent), Slowenien (-18 Prozent), Rumänien (- 16 Prozent), Spanien (- 10 Prozent), Belgien (- 9 Prozent) und den Niederlanden (- 1 Prozent).

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„Die Unterschiede zwischen den Ländern spiegeln Unterschiede in den Konsummustern und im wirtschaftlichen Wohlstand sowie Unterschiede in der Sammlung und Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen wider“, schreibt Eurostat. Außerdem gebe es Unterschiede, was außer Haushaltsmüll zu den kommunalen Abfällen zähle.

Insgesamt fielen in der EU 2020 rund 225,7 Millionen Tonnen kommunaler Siedlungsabfall an – ein Prozent mehr als im Vorjahr und 14 Prozent mehr als 1995. Die Menge des recycelten Abfalls reduzierte sich leicht von 68 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf 67 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Damit blieb die recycelte Menge pro Kopf stabil bei 151 Kilogramm. Im Vergleich zu 1995 ist die recycelte Menge um 44 Millionen Tonnen (97 Kilogramm pro Kopf) gestiegen.

Die Menge des kompostierten Abfalls belief sich 2020 auf 40 Millionen Tonnen (90 Kilogramm pro Person). Das ist fast dreimal so viel wie 1995 (14 Millionen Tonnen oder 33 Kilogramm pro Person). Die Gesamtmenge der deponierten Siedlungsabfälle ist von 121 Millionen Tonnen im Jahr 1995 auf 52 Millionen Tonnen im Jahr 2020 gesunken (-58 Prozent). Dies entspricht einem durchschnittlichen annualisierten Rückgang von 4 Prozent. 

320°/dpa/re

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