Marktbericht

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Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine lässt die Rohstoffpreise steigen. Das zeigt sich auch an den Metallmärkten. Und auch die Schrottpreise schnellen nach oben.

Metallschrottpreise springen nach oben


Die Preise für NE-Metallschrott sind durch die Bank gestiegen. Wie aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht, kletterten einige Sorten recht deutlich und erreichten in dieser Woche neue Höchststände.

• Ein Beispiel war Aluminiumschrott. Für Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) ging es zum Stichtag 2. März um 610 Euro je Tonne nach oben. Die Erlöspreise für Aluminiumprofilschrott (Alter) stiegen um 350 Euro.

• Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) schraubte sich mit einem Plus 450 Euro am oberen Ende auf etwas mehr als 9.000 Euro. Und auch Schwerkupferschrott (Keule) ist so teuer wie seit mehreren Jahren nicht mehr – hier stiegen die Preise um durchschnittlich 420 Euro je Tonne.

• Auch Altzinkschrott (Zebra) trat in dieser Woche deutlich stärker als in der zurückliegenden Zeit auf. Der untere Preis stieg um 200 Euro. Am oberen Ende gewann die Sorte 300 Euro hinzu.

• Bei Weichbleischrott (Paket) hat sich der Wind ebenfalls gedreht. Die Erlöspreise für Weichbleischrott zogen zwischen 110 und 120 Euro an.

• Nickelschrott bleibt weiter auf Aufwärtskurs. Am unteren Ende der Preisspanne konnten sich Nickel V2A um 130 Euro und Nickel V4A um 190 Euro steigern. Am oberen Ende legte Nickel V2A immerhin noch um 90 Euro zu. Der obere Preis für Nickel V4A stieg um 100 Euro.

Auf Primärseite kannten die Dreimonatspreise für die Industriemetalle ebenfalls nur eine Richtung. An der Londoner Metallbörse LME verteuerten sich neben Aluminium und Blei auch Kupfer und Zink. Am weitesten hinauf schwangen sich wieder einmal Nickel und Zinn. Die aktuellen LME-Notierungen finden Sie hier.

Die aktuellen Konjunkturbedingungen:

Das Hamburger Forschungsinstitut HWWI hat unter dem Eindruck des Krieges in Osteuropa die Konjunkturprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich reduziert. Für 2022 rechnen die Ökonomen des HWWI jetzt nur noch mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung von 2 Prozent, nachdem sie erst Anfang Dezember 3,5 Prozent vorausgesagt hatten.

„Die Ukraine-Krise hat erhebliche negative Auswirkungen auch auf die deutsche Wirtschaft“, heißt es in einer Mitteilung des HWWI vom Mittwoch. „Die Unsicherheit ist merklich gestiegen und der dadurch bedingte weitere kräftige Anstieg der Energiepreise erhöht die Inflation und senkt die reale Kaufkraft.“ Sollte die Lage weiter eskalieren, müsste „je nach Umfang etwaiger Gegensanktionen gegebenenfalls sogar mit einer Rezession gerechnet werden“.

Inzwischen machen sich die Auswirkungen des Krieges auch in der Autoindustrie bemerkbar. Bei Volkswagen und BMW etwa fehlen Zulieferteile aus der Westukraine, was zu Produktionsausfällen führt. Außerdem sind Halbleiter nach wie knapp. „Die Branche wird sich erneut auf ein sehr schwieriges Jahr einstellen müssen“, hieß es vom Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller.

Im Februar sind die Autoverkäufe in Deutschland nur langsam in Gang gekommen. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wurden 200.512 Pkw neu zugelassen. Das waren 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber deutlich weniger als vor der Corona-Krise.

Gut verkaufen sich in Deutschland weiter große Fahrzeuge: Geländewagen und SUV kamen im Februar zusammen auf gut 37,4 Prozent aller Neuzulassungen, Kleinwagen auf rund 13,3 Prozent. Etwa jeder siebte Neuwagen war ein Elektroauto, das nur von einer Batterie angetrieben wurde.

320°/mk/dpa

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