Spielzeugrecycling

Altes Spielzeug lässt sich gut verschenken, aber auch recyceln. Der Spielwarenhersteller Hasbro bietet dafür ein Recyclingprogramm an. Jetzt auch mit Unterstützung eines deutschen Einzelhandelskonzerns.

Wie aus Actionfiguren eine Parkbank wird


Ob Gesellschaftsspiele, Knete oder Actionfiguren aus Plastik: In vielen Familien gibt es Berge von Spielzeug. Geht dieses kaputt oder verliert der Nachwuchs das Interesse, landet das meiste im Restmüll und dann in der Müllverbrennung. „Den Verbraucherinnen ist oft nicht bewusst, dass herkömmliche Recyclinganlagen für so komplexe Produkte wie Spielzeug gar nicht ausgelegt sind“, meint der Spielwarenhersteller Hasbro.

Hasbro hat darauf reagiert und 2018 in den USA ein Spielzeug-Recyclingprogramm ins Leben gerufen. Das Programm ermöglicht es Verbrauchern, altes Spielzeug kostenlos einzuschicken. Anschließend wird es vom Hasbro-Partner TerraCycle recycelt. Ein Jahr später wurde das Angebot auch auf den deutschen Markt und 2021 auf Österreich und die Schweiz ausgeweitet. Seit wenigen Tagen ist nun auch der Handelskonzern Müller an Bord des Programms.

Konkret bedeutet das, dass die Verbraucher die kostenlosen Rücksendescheine nicht nur auf der TerraCycle-Seite, sondern auch auf der Webseite von Müller herunterladen können. Angenommen werden allerdings nur Artikel von Hasbro. Auch elektronische Spielzeuge und Spiele, die Batterien benötigen, sind von der Rücknahme ausgeschlossen. „Für diese existiert bereits ein Rückgabesystem über Händler und Kommunen“, argumentiert Müller.

Vollständiges Recycling der zurückgenommenen Teile

Auch an öffentlichen Sammelstellen, die auf einer Karte von TerraCycle zu finden sind, können die alten Spielsachen abgegeben werden. Für die zurückgegebenen Teile gibt es Sammelpunkte, die dann an gemeinnützige Organisationen gespendet werden.

Die gesammelten Spielzeuge und Spiele werden von TerraCycle in ihre Einzelteile getrennt und danach recycelt. In der Müllverbrennung landet dabei nichts mehr. „Alle unsere Produkte, die wir annehmen, wie Spiele oder Figuren, können vollständig recycelt werden“, sagt eine Hasbro-Sprecherin gegenüber 320°. „Etwas anders sieht es bei den Produkten aus, die mit Batterien laufen, aber diese können über das Programm auch nicht zurückgegeben werden.“

Welchen Mengen an Spielzeuge jährlich über das Programm gesammelt und recycelt werden, kann die Sprecherin nicht beziffern. „Dazu liegen uns keine Zahlen vor“, sagt sie. Auch zu den Rezyklatmengen kann sie keine Angaben machen. „Das Granulat oder die Sekundärrohstoffe werden aus mehreren Produkten – nicht nur Spielzeugen – hergestellt“, erklärt sie.

TerraCycle wurde 2001 in den USA gegründet und ist auf schwer recycelbaren Abfall im Konsumgüterbereich spezialisiert. Seit 2011 ist die Firma auch in Deutschland aktiv. Die weltweit kostenlosen nationalen Recyclingprogramme werden durch Herstellerfirmen und Einzelhändler finanziert. Mittlerweile zählen auch zahlreiche Städte zu den Kooperationspartnern. Bekannt wurde TerraCycle unter anderem durch ein öffentliches Recyclingprogramm für Zigarettenstummel. Im Jahr 2020 führte das Unternehmen die erste groß angelegte Recyclinginitiative für Einwegmasken ein.

320°/ek

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