Stahlrecycling

Der Metallrecycler Alba SE steht zum Verkauf. Der Mutterkonzern Alba Group sucht einen strategischen Investor, der einen Mehrheitsanteil erwerben will. Im Raum steht auch ein vollständiger Verkauf.

Alba will Metallschrottsparte verkaufen


Wie die Alba Group am Dienstag mitteilte, prüft sie den Verkauf von Aktien ihrer börsennotierten Tochtergesellschaft Alba SE und die Hereinnahme eines Investors. „Wir suchen einen strategischen Investor, der die Mehrheit an der Alba SE übernehmen und mit uns die Chancen für organisches Wachstum und Zukäufe nutzen möchte“, sagt Eric Schweitzer, Chef der Alba Group. Denkbar sei auch ein vollständiger Verkauf der Beteiligung, auch über die Börse.

Im Visier hat der Konzern offenbar einen Käufer aus der Stahlindustrie. „In der Stahlindustrie registriere ich ein wachsendes Interesse, sich angesichts der Klimaschutz-Anforderungen einen direkten Zugriff auf Schrotte zu sichern und nicht nur auf externe Zulieferer angewiesen zu sein“, so Schweitzer.

„Das Metallrecycling wird in den kommenden Jahren einen erheblichen Strukturwandel durchlaufen, denn Recyclingbetriebe wie Stahlindustrie stehen vor der gemeinsamen Herausforderung, klimaneutralen Stahl herzustellen“, heißt es seitens Alba. „Um mehr Schrotte in einem deutlich höheren Reinheitsgrad aufzubereiten, gilt es, das Zusammenspiel von Aufbereitung und Metallurgie zu optimieren.“

Margenschwaches Geschäft

Die börsennotierte Alba SE umfasst das Stahl- und Metallrecyclinggeschäft innerhalb der Alba Group. Gut 93 Prozent der Aktien von Alba SE hält die Alba Europe Holding, eine 100-prozentige Tochter der Alba Group. Im vergangenen Jahr hat der Metallrecycler ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 13,4 Millionen Euro erzielt.

In den beiden Jahren zuvor verbuchte Alba Verluste – im Jahr 2020 ein negatives EBIT von 3,1 Millionen Euro und 2019 ein negatives EBIT von 1,9 Millionen Euro. Die Umsätze lagen bei 259,4 Millionen Euro (2020) und 331,4 Millionen Euro (2019). Die Menge der gehandelten Eisenschrotte belief sich 2020 auf 588.000 Tonnen, die der Nichteisen-Metalle auf 71.000 Tonnen.

320°/re

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