TSG 1899 Hoffenheim

Als erster Fußball-Bundesligist will TSG Hoffenheim ein „Zero Waste Stadion“ betreiben. Helfen soll der Station-Namensgeber PreZero. Im Zuge dessen ist auch ein neues Abfalltrennsystem geplant.

PreZero-Arena wird „Zero Waste Stadion“


Der Fußballclub TSG 1899 Hoffenheim strebt nach eigenen Angaben das erste „Zero Waste Stadion“ in Deutschland an. Dies kündigte der Bundesligist am Mittwoch an und sprach von einem „entscheidenden Schritt in Richtung zertifizierter Nachhaltigkeit“.

Projektpartner in Sinsheim ist der Stadion-Namensgeber und Recyclingkonzern PreZero. Die pro Jahr bei den TSG-Heimspielen entstehenden 68 bis 100 Tonnen Abfall sollen künftig möglichst vermieden oder getrennt gesammelt, sortiert und dem Recycling zugeführt werden.

Basis der Zertifizierung als „Zero Waste Stadion“ wird die DIN SPEC 91436 sein, die kürzlich von PreZero gemeinsam mit weiteren Partnern wie unter anderem dem Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der TU Dresden, der DEKRA sowie dem TÜV SÜD ausgearbeitet wurde. Im nächsten Schritt soll zusammen mit dem Verein und dessen Fans ein neues Abfalltrennsystem für das Stadion getestet und später implementiert werden.

Nach Angaben von PreZero gehen bei einem ausverkauften Stadion pro Spiel insgesamt rund 22.000 Becher über die Theken. Die im vergangenen Jahr noch genutzten Einwegbecher bestehen aus sogenannten Polylactiden (PLA), für die es in Deutschland keine geeignete Möglichkeit der Kompostierung oder des Recyclings gebe, wie das Unternehmen erklärt. Seit Januar 2021 würden neue Becher aus widerstandsfähigem Polyethylen ausgegeben. „Sie können bis zu 400-mal gespült werden und vermeiden bei 17 Heimspielen pro Saison bislang insgesamt rund eine halbe Million Becher, die im Müll landen“, so PreZero.

Bei den Fans und Unterstützern des Vereins dürfte das Vorhaben eines „Zero Waste Stadions“ auf breite Zustimmung stoßen. Laut einer Studie der Universität Mannheim vom November 2020 stimmten rund 75 Prozent der befragten Fußballinteressierten eher oder vollständig der Aussage zu, dass sich Fußballclubs für Nachhaltigkeit einsetzen sollten.

320°/dpa/re

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