Mischkunststoffe

Wie sich mechanisches und chemisches Recycling von Kunststoffen ergänzen kann, zeigt ein Vorhaben von Alba und dem Mineralölkonzern OMV: Beide Unternehmen wollen gemeinsam eine Sortieranlage für Mischkunststoffe bauen und betreiben.

Alba und OMV planen gemeinsame Sortieranlage


Wie beide Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, führen sie aktuell Gespräche über den gemeinsamen Bau und Betrieb einer Sortieranlage in Walldürn (Baden-Württemberg). Die finale Investitionsentscheidung wollen sie in diesem Jahr treffen.

Die gemeinsame Anlage soll über eine Jahreskapazität von rund 200.000 Tonnen verfügen. In der Anlage sollen gemischte Altkunststoffe für die Produktion von neuwertigen Polyolefinen sortiert werden. Diese sollen dann in der ReOil-Pilotanlage von OMV chemisch recycelt werden. Bislang wird die ReOil-Anlage im Pilotmaßstab betrieben, für das kommende Jahr ist der Ausbau zu einer Demonstrationsanlage geplant.

„Chemisches Recycling stellt keine Konkurrenz zu mechanischem Recycling dar, da mechanisches Recycling die effizienteste Art ist, mit Monofraktionen aus dem Sortierprozess umzugehen“, sagt Eric Schweitzer, Eigentümer von Alba Recycling. „Chemisches Recycling ist aber die einzige Möglichkeit für gemischte Kunststoffabfälle wie Misch- und Mehrschichtkunststoffe.“ Bislang werden gemischte Kunststoffabfälle in der Regel verbrannt.

Die ReOil-Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat (Österreich) ist seit 2018 in Betrieb und kann pro Stunde 100 Kilogramm Altkunststoffe zu 100 Litern synthetischen Rohstoffen verarbeiten. „Die Pilotanlage läuft seit ihrer Inbetriebnahme insgesamt 14.500 Stunden, was eine Verbesserung des thermischen Crackprozesses und eine weitere Ausweitung der ReOil-Technologie ermöglicht“, heißt es in der Mitteilung. Die geplante Demonstrationsanlage soll über eine Kapazität von 16.000 Tonnen pro Jahr verfügen und 2023 in Betrieb gehen. Der weitere Ausbau zu einer großtechnischen Anlage ist für 2026 vorgesehen.

320°/re

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