Benzin und Diesel

Um die Spritpreise zu drücken, will die Bundesregierung vorübergehend Steuern senken. Wie wirkt sich das aus? Wird es beim Verbraucher ankommen? Und wie viel verdient der Staat dann noch am Kraftstoff?

Was das Entlastungspaket für den Spritpreis bedeutet


Die von der Bundesregierung geplante Senkung der Steuern auf Kraftstoffe hat das Potenzial, Benzin deutlich unter 2 Euro pro Liter und Diesel in die Nähe dieser Schwelle zu drücken. Dies gilt allerdings nur, wenn der Effekt komplett an die Verbraucher weitergegeben wird. Auch danach fließt weiter Geld an den Staat. Ein Überblick.

  • Wie stark sinken die Steuern?

Die am Donnerstag verkündete Senkung auf die Mindeststeuer bedeutet für die Mineralölsteuer bei Diesel einen Abschlag von etwa 14 Cent pro Liter für die Energiesteuer und bei Benzin um knapp 30 Cent. Hinzu kommt, dass für diese Summen auch keine Mehrwertsteuer mehr fällig wird. Dadurch liegt der steuertechnische Abschlag insgesamt bei gut 35 Cent für Benzin und knapp 17 Cent bei Diesel.

  • Was bedeutet das an der Zapfsäule?

Es ist nicht gesagt, dass dieser Abschlag genauso beim Autofahrer ankommt. Einerseits betont der ADAC regelmäßig, dass die Spritpreise insgesamt noch deutlich zu hoch seien. Rein auf den Ölpreis bezogen und ohne Sondereffekte aus dem Ukraine-Krieg sollte Superbenzin der Sorte E10 eigentlich auch jetzt unter 2 Euro liegen, sagt der ADAC-Kraftstoffexperte Jürgen Albrecht. Zuletzt hätten sich die Kraftstoffpreise – insbesondere Diesel – von der Entwicklung der Ölpreise abgekoppelt. Insgesamt sei Luft für weitergehende Preissenkungen vorhanden.

Andererseits gibt es in Expertenkreisen die Befürchtung, dass staatliche Maßnahmen zur Preissenkung den Wettbewerbsdruck auf die Konzerne hemmen. Dann könnte die Steuersenkung auch nur zum Teil ankommen. Allerdings hat die Regierung angekündigt, ein Auge auf dieses Thema haben zu wollen.

  • Wie könnten die Spritpreise konkret aussehen?

Das kommt neben den beschriebenen Faktoren auch auf die allgemeine Entwicklung an. Rechnet man aber – als Beispiel – mit einer kompletten Weitergabe der Steuersenkung und den bundesweiten Tagesdurchschnittspreisen des Mittwochs, ergäbe sich ein theoretischer Spritpreis von 2,009 Euro pro Liter Diesel und 1,73 bei Super E10.

  • Wie viel Staat steckt nach der Steuersenkung noch im Spritpreis?

Es gibt nach wie vor drei staatliche Komponenten. Die Mineralölsteuer bei Diesel liegt nach der Senkung bei 33 Cent pro Liter, die Energiesteuer für Benzin bei knapp 36 Cent. Dazu kommt die Mehrwertsteuer: Im theoretischen Preisbeispiel wären es knapp 32 Cent bei Diesel und etwa 28 Cent bei Benzin.

Der dritte Faktor ist der CO2-Preis: Er macht laut Wirtschaftsverband Fuels & Energie bei Diesel etwa 8 und bei Benzin etwa 7,2 Cent aus – wie viel genau hängt vom Biospritanteil ab. Insgesamt liege der Staatsanteil für Diesel also bei etwa 73 Cent pro Liter und bei Benzin bei knapp 71 Cent.

320°/dpa

Mehr zum Thema
Aluminiumschrott zieht an, Kupferschrott gibt nach
Leichtes Aufatmen in Krisenzeiten – Habeck hebt Konjunkturprognose an
Österreichs Abfallwirtschaft mit guter CO2-Bilanz
Metallschrottpreise festigen sich weiter
Prognose für 2030: Aufkommen an Altbatterien in Europa wird sich mehr als verachtfachen
Deponie Ihlenberg machte 2021 gute Geschäfte
ADAC: Mehr Katalysatoren gestohlen
Normungsroadmap Circular Economy ist fertig
„Abfall soll die Ausnahme werden“
App-Zugang für den Wertstoffhof
EU-Parlament stimmt für strengere Regeln für Abfallexporte
Flughafen-Bodenfahrzeuge in Amsterdam tanken erneuerbaren Diesel