Verbundverpackungen

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Umwickelt statt geklebt: Der Verpackungshersteller Paccor hat eine Schalenkombination aus Papier und Kunststoff entwickelt, die sich angeblich leicht trennen und problemlos recyceln lässt. Nun wurde die Serie erweitert.

Paccor setzt auf Wickeln statt Kleben


Trotz aller Kritik von Recyclern werden zahlreiche Lebensmittel nach wie vor in Verbundverpackungen verkauft. Lassen sich die Verbunde nicht vernünftig trennen – etwa weil sie verklebt sind – dann stehen die Recycler vor einem Problem. Der Verpackungshersteller Paccor hat dafür eine Alternative entwickelt: Er hat für seine Verbundverpackungen das System DuoSmart auf den Markt gebracht und setzt dabei auf Wickeln statt Kleben.

Wie der Hersteller erklärt, wird bei dem DuoSmart-System das Papier ohne Kleben um den Kunststoffbehälter gewickelt. Mit einem „Reißverschluss“ können der Innenbecher und die Papierbanderole von den Verbrauchern einfach in verschiedene Abfallströme getrennt werden. Für Becher in verschiedenen Größen und Materialausführungen hat Paccor bereits seit geraumer Zeit Duo-Smart-Versionen im Angebot. Nun wurde das Sortiment um umwickelte Schalen aus starrem Kunststoff erweitert.

51 Prozent Karton, 49 Prozent Kunststoff

Die neuen Smart-Trays, die sich unter anderem für Fleisch, Fisch, Fertiggerichte, Salate und Gemüse eignen, können laut Paccor aus PP oder PET mit einer Kartonbanderole herstellt werden. Auch der Einsatz von rPP oder rPET sei möglich. Ein großer Vorteil des Systems sei, dass es ohne Investitionen auf Standard-Kundenanlagen versiegelt werden könne. Das Verhältnis von Karton zu Kunststoff beträgt 51 zu 49 Prozent.

Der Karton kann demnach innen und außen bedruckt werden. Die Schale ist transparent und farbig erhältlich. Auf dem Karton sind ausgeschnittene Fenster möglich. Da die Schalen stapelbar sind, können sie in industriellen Abfüllmaschinen verwendet werden.

„Darüber hinaus tragen die spezielle A/B-Monomaterialstruktur und die Randsteifigkeit zu einer verbesserten Versiegelung und Ablösung bei“, erklärt das Unternehmen.  Außerdem ermögliche die Form des Siegelrandes die Verwendung eines Deckels.

Smart-Tray von Paccor (Foto: Paccor)

„Dieses Produkt entspricht voll und ganz unserer CARE-Strategie, da wir den Kunststoffverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren konnten. Die einfache Trennung der Komponenten ermöglicht dem Endverbraucher eine 100-prozentige Recyclingfähigkeit“, sagt Andreas Schütte, CEO von Paccor. „Darüber hinaus kann der Karton aus recycelten Fasern hergestellt werden.“

CARE steht bei Paccor für Circularity, Alliances, Resources, and Employees und beschreibt dessen Nachhaltigkeitsstrategie. Unter anderem hat Paccor die Datenbank Paccor Cloud Solutions (PCS) samt App entwickelt, um Teilnehmern entlang der Wertschöpfungskette Informationen zu der Verpackung zur Verfügung zu stellen. Dabei arbeitet Paccor mit dem Wasserzeichen namens Digimarc, das von dem gleichnamigen US-Wasserzeichenhersteller entwickelt wurde. Dieses unsichtbare Wasserzeichen wird auch bei dem HolyGrail 2.0-Projekt verwendet, bei dem versucht wird, die Sortierung von Verpackungen deutlich zu verbessern. Paccor ist hier assoziiertes Mitglied.

320°/ek

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