Erdüberlastungstag

Nach gut vier Monaten hat Deutschland schon die Ressourcen verbraucht, die 2002 erzeugt werden können: An diesem Mittwoch jährt sich der Erdüberlastungstag. Umweltverbände appellieren an die Bundesregierung.

Am Mittwoch sind die Ressourcen für dieses Jahr verbraucht


Schon an diesem Mittwoch hat Deutschland seinen Vorrat an natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht. Der frühe Termin des sogenannten Erdüberlastungstages verdeutliche einmal mehr, „wie sehr wir über dem Limit leben, unsere knappen Ressourcen vergeuden und wie schlecht wir unsere Ökosysteme weiter behandeln», kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. Würden alle Länder so haushalten wie Deutschland, bräuchte es demnach über drei Erden.

Die Ampel-Koalition habe viele Umweltversprechen gemacht und Erwartungen geschürt, so Heinrich. „Diese muss sie erfüllen und ihre Projekte mit Nachdruck voranbringen.“

Der Termin des Erdüberlastungstages wird jährlich sowohl für einzelne Länder als auch für den gesamten Planeten angegeben. Die Berechnungen werden von der Footprint Data Foundation, der York University und dem Global Footprint Network vorgenommen. Ab dem errechneten Stichtag hat die Bevölkerung eines Landes oder die Menschheit insgesamt alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die in einem Jahr erzeugt werden können.

Grafik: picture alliance/dpa-Infografik

Heinrich forderte die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung der Energiewende keine Zeit zu verlieren. Diese müsse auch Rücksicht auf Natur- und Landschaftsaspekte nehmen. Zudem müsse der Aufbau einer effizienten Kreislaufwirtschaft im Fokus stehen. „Wir sehen im Koalitionsvertrag viele Weichenstellungen, die in die richtige Richtung gehen, aber noch sieht die Realität anders aus“, mahnt er. „Die Klimakrise verschärft sich weiter und bedroht auch in Deutschland Menschen und Ökosysteme.“

Kritisch äußerte sich auch Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Deutschland schlage „absolut über die Stränge“, und lebe „auf Pump und auf Kosten der Menschen im globalen Süden“ teilte sie zum Erdüberlastungstag mit. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeige besonders, wie begrenzt die Rohstoffe seien. Die Bundesregierung müsse endlich gesetzlich für den Schutz der Ressourcen sorgen.

320°/dpa

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