Grüner Wasserstoff

An rund 30 Wasserstoffprojekten ist RWE derzeit beteiligt. In Lingen wird eines davon konkret: Dort baut RWE eine Elektrolyse-Testanlage, die 2023 in Betrieb gehen soll. Dann werden dort zwei verschiedene Produktionsverfahren erprobt.

RWE baut Testanlage zur Wasserstoff-Elektrolyse in Lingen


Der Energiekonzern RWE will an seinem Gaskraftwerks-Standort im niedersächsischen Lingen eine Wasserstoff-Elektrolyse-Testanlage bauen. Geplant ist eine mit Ökostrom betriebene Pilotanlage mit einer Kapazität von 14 Megawatt, wie RWE am Dienstag in Lingen berichtete. Die Anlage werde zu den größten Anlagen ihrer Art in Deutschland gehören.

Pro Stunde sollen bis zu 290 Kilogramm Wasserstoff erzeugt werden. „Der erzeugte Wasserstoff soll in ein öffentliches Wasserstoffnetz eingespeist oder dem Brennstoff für Gasturbinen des Kraftwerkes beigemischt werden“, sagte ein RWE-Sprecher. Dafür wird der Konzern 30 Millionen Euro investieren. Das Land Niedersachsen fördert den Bau mit acht Millionen Euro.

Mit dem Bau will RWE im Juni beginnen. Ab Mitte 2023 soll die Anlage dann „grünen“ Wasserstoff produzieren. Dazu werden zwei verschiedene Produktionsverfahren erprobt: Der Dresdner Hersteller Sunfire installiert für RWE einen Druck-Alkali-Elektrolyseur mit einer Kapazität von 10 MW. Parallel dazu errichtet Linde, das weltweit führende Industriegase- und Engineering-Unternehmen, einen 4-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM). RWE wird Eigentümer und Betreiber der gesamten Anlage in Lingen sein.

Ziel sind 2 Gigawatt Elektrolysekapazität

Der Standort in Lingen spielt eine wichtige Rolle in der Wasserstoffstrategie von RWE. Im Rahmen des Projekts GET H2 plant das Unternehmen, dort bis 2024 eine erste 100-MW-Elektrolyseanlage zu errichten. Die Kapazität dieser Anlage soll bis 2026 auf 300 MW ausgebaut werden. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (Grüne) sprach von einem „ganzen Elektrolyseur-Park, der hier entstehen kann und soll“.

Derzeit ist RWE in rund 39 Wasserstoffprojekten aktiv. Bis 2030 will der Konzern insgesamt 2 Gigawatt eigene Elektrolysekapazität für die klimaneutrale Erzeugung von Wasserstoff schaffen.

320°/dpa/re

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