Starke Nachfrage

Bei den Herstellern von Recyclingtechnik gibt es aktuell kaum Grund zur Klage. Die Nachfrage ist stark, der Umsatz zeigt nach oben. 71 Prozent der Firmen wollen neue Arbeitsplätze schaffen.

Recyclingtechnik boomt


Die Hersteller von Abfall- und Recyclingtechnik in Deutschland sind derzeit guter Dinge. Die konjunkturelle Belebung im Umwelttechnikbereich, der Anstieg des Ölpreises und Preissteigerungen für Recyclingprodukte sowie das gestiegene Umweltbewusstsein und strengere gesetzliche Vorgaben führen zu einer „erhöhten Investitionsbereitschaft in moderne und innovative Recyclingtechnologie“, heißt es vom Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik im VDMA.

„Für das Gesamtjahr rechnen wir nicht nur für den Auftragseingang, sondern auch für den Umsatz mit einem Plus von 4,3 Prozent“, sagt der Fachverbandsvorsitzende Michael Ludden. „Die aktuellen Daten stimmen optimistisch und lassen hoffen, hier sogar noch einen Puffer bis in das kommende Jahr mitzunehmen.“  Die Hersteller von Recyclingtechnik würden „sehr optimistisch“ auf ihre Geschäfte blicken.

60 Prozent der Exporte gehen in die EU-27-Länder

Vor allem bei der Inlandsnachfrage registriert der VDMA ein anhaltend starkes Wachstum – etwa 31 Prozent aller Aufträge kommen demnach aus dem Inland. Wichtigste Abnehmer für die deutsche Abfall- und Recyclingtechnik seien auch in diesem Jahr mit rund 60 Prozent die EU-27-Länder. „Nimmt man die Nicht-EU-Länder mit gut 10 Prozent und Großbritannien mit 5,6 Prozent hinzu, liegt der wichtigste Markt mit zusammen rund 75 Prozent direkt vor der Haustür“, so der Verband. „Somit hat das gesamteuropäische Geschäft gegenüber dem Vorjahr noch einmal um rund 5 Prozentpunkte zugelegt. Nordamerika folgt auf Platz drei mit einem Exportanteil von 8,0 Prozent, gefolgt von Asien mit 6,0 Prozent.“

Der Exportanteil in die Region Naher und Mittlerer Osten liegt demnach bei 3,8 Prozent, während Südamerika auf 2,6 Prozent kommt. Die Russische Föderation, Afrika und China bilden im Exportranking der Branche das Schlusslicht. Die Gesamt-Exportquote der Hersteller von Recyclingtechnik hat sich um 2 Prozentpunkte auf 69 Prozent verbessert.

Kapazitätsauslastung weiter auf „sehr hohem Niveau“

Der positive Verlauf der Auftragseingänge hat sich laut VDMA schon im ersten Quartal des laufenden Jahres bemerkbar gemacht. Die Reichweite der Kundenaufträge liege nunmehr bei 7,8 Monaten. Mit 95 Prozent sei die Kapazitätsauslastung in der Branche nur rund 3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr, aber weiterhin „auf sehr hohem Niveau“.

Zusätzliche Arbeitsplätze wollen laut VDMA 71 Prozent der Firmen schaffen. Die verbleibenden 29 Prozent wollen den Personalbestand halten. Aktuell sind rund 10.150 Beschäftigte in der Branche tätig.

Mobile Maschinen als Wachstumstreiber

Trotz der guten Zahlen warnt Sarah Brückner, Geschäftsführerin des Fachverbands, vor einer Verallgemeinerung für die gesamte Sparte. Der gute Umsatz und Auftragseingang seien stark durch das Segment der mobilen Maschinen geprägt. „Hier haben die Hersteller das tiefe Tal des Vorjahrs verlassen können und eine rasante Aufholjagd hingelegt“, sagt sie. Sorgen bereiteten dem Verband die Lieferschwierigkeiten besonders bei Stahl und Elektronikkomponenten. Dies führe zu längeren Lieferzeiten und zu stark steigenden Einkaufspreisen. Diese sei „bei aller Zuversicht eine echte Herausforderung für die Branche“.

320°/ek

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