Elektroflotte

Mehr Streetscooter und Biogas-Lkw: Die Post baut ihre Elektro-Flotte aus. In einigen Jahren soll der Brief- und Paketdienst CO2-neutral werden.

Post macht Paketzustellung umweltfreundlicher


Bei der Paketzustellung baut die Deutsche Post DHL ihre Elektro-Transporterflotte weiter aus. Inzwischen seien es 20.000 Streetscooter und damit 5.000 mehr als noch vor einem Jahr, teilte der Bonner Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Bis Ende 2025 soll diese Zahl bei 38.000 liegen – dann sind es wohl nicht nur Streetscooter, sondern auch E-Transporter von anderen Herstellern.

Die E-Mobilität ist Teil der Bemühungen des Bonner Logistikriesen, um auf seinem „grünen“ Kurs voranzukommen. In diesem Jahr will der Konzern über 100 biogasbetriebene Lastwagen anschaffen, weitere sollen im kommenden Jahr folgen. Künftig soll die Flotte aus über 400 Biogas-Lkw bestehen. Sie sind deutlich emissionsärmer und leiser im Vergleich zu herkömmlichen Dieselmotoren. Die Lkw werden auf längeren Strecken auf Autobahnen und Bundesstraßen eingesetzt – also auf Strecken zwischen den Paket- und Briefzentren, auf den beim Pakettransport der größte Teil der CO2-Emissionen entfällt.

„Schon heute emittieren wir deutlich weniger CO2 pro Sendung als unsere Wettbewerber, denn in über 50 Prozent unserer Zustellbezirke stellen wir dank der größten E-Flotte im Markt CO2-frei zu“, sagt Tobias Meyer Konzernvorstand Post & Paket Deutschland. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist ein CO2-neutraler, nachhaltiger Brief- und Paketdienst für ganz Deutschland in einigen Jahren machbar.“ 

CO2-neutrale Zustellstützpunkte

Insgesamt investiert die Post in Deutschland in diesem Jahr rund 600 Millionen Euro in klimaschonende Technologien. Die Hälfte davon geht in die Mobilität und die andere Hälfte in moderne Gebäude, die dank effizienter Wärmepumpen oder Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach besonders gut abschneiden in Sachen Klimaschutz. Letztes Jahr hatte die Post angekündigt, bis 2025 280 CO2-neutrale Zustellstützpunkte in ganz Deutschland zu errichten. Im vergangenen Jahr konnten davon 36 in Betrieb genommen werden. Ziel ist, bis Ende 2022 insgesamt 100 Standorte zu betreiben. 

Der für Post & Paket Deutschland zuständige Vorstand Tobias Meyer forderte von der Politik einen anderen Kurs. Man habe noch immer eine in den 90er Jahren entwickelte Regulierung, „die nichts von ökologischer und wenig von sozialer Nachhaltigkeit hat“. Das müsse sich ändern. Nötig sei eine höhere Transparenz, damit „Konsumenten sehen können, wie viele Emissionen mit einem Pakettransport verbunden sind“.

320°/dpa/re

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