Biogaserzeugung

Was die Entsorgungswirtschaft schon lange anmahnt, fordern jetzt auch Vertreter der Erneuerbaren Energien-Branche: Die Pflicht zur Biotonne sollte konsequent umgesetzt werden. Dadurch ließe sich mehr Erdgas durch Biogas ersetzen.

Erneuerbaren-Verband fordert Pflicht zur Biotonne


Nordrhein-Westfalens Erneuerbaren-Branche fordert eine konsequente Umsetzung der seit 2015 geltenden Biotonnen-Pflicht. Auf diese Weise könnte mehr organischer Abfall gesammelt und zu Biogas verwertet werden, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE), Reiner Priggen, am Dienstag. „Bioabfall ist ein Rohstoff, der viel zu wenig genutzt wird.“

Priggen geht davon aus, dass ein Sechstel des Erdgases, das zuletzt in Deutschlands Gaskraftwerken für die Stromerzeugung verbrannt wurde, durch Biogas ersetzt werden könnte. Derzeit liegt der Anteil bei nur einem Prozent. Doch dafür müssten nicht nur überall Biotonnen eingeführt werden, es müsste auch weniger Biomüll im Restmüll landen. Nach Berechnungen der Umweltbundesamtes besteht der Restmüll in Deutschlands Haushalten zu 39 Prozent aus Biomüll.

Einige Städte in NRW täten viel zu wenig und setzten statt auf Pflicht nur auf freiwillige Modelle, kritisiert Priggen. Daher verzichteten viele Haushalte auf die braune Tonne. Als Negativbeispiele nannte Priggen Duisburg und Essen, wo Biotonnen „ein Schattendasein“ führten.

Priggen schlägt vor, für die Nutzung der Biotonne keine expliziten Gebühren auszuweisen. Stattdessen sollten die Kosten in den Restmüllgebühren eingepreist werden. Dadurch würden die Bürger Biotonnen nicht als finanzielle Last empfinden.

320°/dpa/re

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