Recycelbare Verpackungen

Mit dem Softwaretool CHIRA lässt sich die Recyclingfähigkeit von Verpackungen ermitteln. Jetzt gibt es ein erstes Update – mit Änderungen für bestimmte faserbasierte Verpackungen, für Glasverpackungen und auch für kunststoffbasierte Verpackungen.

Erstes Update für CHIRA


Rund vier Monate nach der ersten Veröffentlichung der Software CHIRA gibt es ein erstes Update, das die Änderungen am Mindeststandard zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen aufgreift. CHIRA steht für „CHI Recyclability Assessment“ und ist eine Software, die dem Nutzer ein genaues und belastbares Ergebnis verspricht. Mit dem Update werden die Änderungen des Mindeststandards berücksichtigt, die seit Anfang September gelten.

Offenbar sind in dem CHIRA-Update nicht alle Änderungen aufgenommen worden. In einer Mitteilung des Instituts cyclos-http, dem Entwickler der Software, heißt es, die Änderungen des Mindeststandards seien „weitestgehend“ implementiert worden. Diese umfassen

  • die vertiefte Untersuchungspflicht für faserbasierte Verpackungen für flüssige oder pastöse Füllgüter und die Prüfungsnotwendigkeit bei polymeren thermoplastischen Dispersionsbeschichtungen. Bei der Berechnung der Faserstoffausbeute wird außerdem der Faserstoffanteil einbezogen, welcher in die wässrige Phase (wasserlöslich, kolloidal gelöst oder feindispers) übergeht;
  • die Berücksichtigung des Totalverlusts des Glasanteils bei Korbflaschen. Zudem werden Recyclingunverträglichkeiten von Borosilikatglas- und Keramikkomponenten sowie von Metallnetzen beachtet. Der nach Mindeststandard 2022 zu berücksichtigende Verlust des durch wasserfeste/hydrophobe Kunststoffhaftetiketten abgedeckten Glasanteils wird berechnet;
  • Neuerungen hinsichtlich kunststoffbasierter Verpackungen: Demnach werden bei PS-Verpackungen neben PS-Anteilen nun auch die formstabilen PE- und PP-Anteile als Wertstoff angerechnet. Ferner besteht eine NIR-Messnotwendigkeit jetzt auch für den Verpackungstyp Netze. Die PA-Ausnahmeformulierung des Anhangs 3 muss aktuell manuell durch den Nutzer über den Menüpunkt Messdateneingabe aktiviert werden. Eine automatisierte Berücksichtigung soll zeitnah mit dem nächsten Up-date erfolgen.

Laut cyclos-HTP können mit dem Update unterschiedliche Kunststofftypen nun noch differenzierter angelegt werden. Unter anderem sind auch Rezyklate als Werkstofftyp auswählbar, sodass eine automatische Berechnung des Rezyklatanteils für kunststoffbasierte Verpackungen integriert worden ist. Zusätzlich wurde CHIRA um die Berechnung der aggregierten Recyclingfähigkeit für Kombinationsverpackungen erweitert.

Des Weiteren wurde in CHIRA 1.1 das sogenannte Formatkriterium ergänzt. Durch die Abfrage der Verpackungsabmessung könnten Restriktionen im Hinblick auf die Verpackungs-größe länderspezifisch ausgewertet werden, erklärt cyclos-http. Für Getränkekartons werde mit der neuen CHIRA-Version nun ein differenziertes Ergebnis mit und ohne PolyAl-Verwertung ermittelt.

320°/re

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