Größerer Feuerwehreinsatz

Ein Feuer im Müllheizkraftwerk Stavenhagen hat in der Nacht zum Donnerstag für Aufregung gesorgt. Im Lager hatte sich Restmüll vermutlich unter Druck selbst entzündet. Die Kameraüberwachung hatte den Alarm ausgelöst.

Bunker-Brand im Müllheizkraftwerk Stavenhagen


Ein Feuer im Lager des Müllheizkraftwerks Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte) hat einen größeren Feuerwehreinsatz ausgelöst. Der Brand brach in der Nacht zu Donnerstag aus und war nach mehreren Stunden am Morgen gelöscht, wie ein Sprecher von EEW Energy from Waste, dem Betreiber der Anlage, sagte. Nach bisheriger Einschätzung von Polizei, Feuerwehr und Betreiber war Selbstentzündung die Ursache für den Brand. Ein nennenswerter Schaden entstand nicht, wie der EEW-Sprecher sagte. Verletzt wurde niemand.

Das Lager besteht aus einem teils unterirdischen Bunker, der außer beim Befüllen über Lastwagen nicht zugänglich ist. Dort habe die Kameraüberwachung plötzlich eine etwa 250 Grad heiße Brandstelle geortet und Alarm ausgelöst. Mit der eigenen Löschanlage im Bunker und der Feuerwehr konnte der Brand von etwa 1.000 Tonnen des Brennstoffs über mehrere Stunden vor allem mit Schaumteppich gelöscht werden. Eine Gefahr für Anwohner bestand laut EEW nicht.

Lithium-Ionen-Batterie als mögliche Ursache

Das Heizkraftwerk, das an der Bundesstraße 194 am Stadtrand steht, konnte mit kurzzeitiger Hilfe durch die Heizöl-Reserve weiterlaufen, sodass auch die Rauchgasreinigung funktionierte. Der Rest des angebrannten Müll-Rohstoffs soll in der mindestens 850 Grad heißen Verbrennungsanlage nach und nach noch verwertet werden.

Der Bunker hat ein Fassungsvermögen von 1.500 bis 2.000 Tonnen Restmüll-Brennstoff, der von einer nahen Mülldeponie angeliefert wird. Dabei handelt es sich unter anderem um Folien, holzartiges Material, Plastik, Papier und andere heizwertreiche Teile des Hausmülls, die auf der Deponie Rosenow ausgesiebt und dann in dem Kraftwerk verbrannt werden.

„Es kann sein, dass eine falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterie die Zündquelle war“, sagte der EEW-Sprecher. Auch die Feuerwehr vermutete eine solche Brandursache. Sie ließ bis zum Nachmittag noch eine Brandwache im Werk, weil immer wieder Glutnester auftauchten, wenn ein Kran Teile des Mülls anhob.

Im Stavenhagener Müllheizkraftwerk wird aus den Müllreststoffen Strom, Wärme und Dampf gewonnen, der an einen benachbarten Kartoffelverarbeiter geliefert wird. Mit der Wärme soll künftig Klärschlamm getrocknet werden. Unmittelbar neben dem Heizkraftwerk wird derzeit eine Klärschlammverbrennungsanlage gebaut. Mit dessen Abwärme soll ein Großteil von Stavenhagen mit Fernwärme versorgt werden.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen bereits eingestellt. An den mit Kameras überwachten Bunker fahren im Normalfall nur Lastwagen heran und kippen ihre Fracht hinein, die per Kran in den Müllofen gelangt.

320°/dpa

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