Unbelasteter Bauschutt

Im Kreis Groß-Gerau formiert sich Widerstand gegen die Zuweisung von Bauschutt aus dem Atomkraftwerk Biblis. Es sollen nun alle juristischen Möglichkeiten ausgelotet werden, beschloss der Kreistag auf einer Sondersitzung.

Kreis lotet juristische Mittel gegen AKW-Müll aus


Der Kreistag Groß-Gerau hat sich am Montag parteiübergreifend und einstimmig gegen eine Annahme von Bauschutt aus dem ehemaligen Atomkraftwerk in Biblis auf einer Deponie in Büttelborn ausgesprochen. Es sollen nun alle juristischen Möglichkeiten ausgelotet werden, um dies zu verhindern, so das Ergebnis einer Sondersitzung des Kreistages.

Der Antrag für die Ablehnung war von SPD, Grünen und Linke eingebracht worden. Abgeordnete mehrerer Parteien kritisierten die Landesregierung und den Kreis Bergstraße, in dem das AKW steht. Mitte November hatten das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt und das hessische Umweltministerium bekannt gegeben, dass der Abfall aus dem Rückbau des Atomkraftwerkes Biblis auf der Deponie Büttelborn (Kreis Groß-Gerau) gelagert werden soll.

Der Entscheidung vorangegangen war eine umfangreiche Suche nach einer geeigneten Deponie. Allerdings hagelte es nur Absagen. So hatte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Januar in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage mitgeteilt, keine von mehr als 200 angefragten Deponien bundesweit habe sich zur Entsorgung des Kraftwerkmülls bereit erklärt. 

Konkret handelt es sich um 3.200 Tonnen Bauschutt, die auf der Deponie in Büttelborn gelagert werden sollen. Die Strahlenbelastung liegt unterhalb der Grenze von zehn Mikrosievert, somit kann der Schutt auf einer geeigneten Deponie entsorgt werden. Insgesamt fallen am Standort Biblis den Angaben zufolge eine Million Tonnen Rückbaumaterial an.

Nach dem Atomausstieg Deutschlands im Zuge der Fukushima-Katastrophe im Jahr 2011 wurde kurz danach auch das Kraftwerk Biblis stillgelegt. Seit 2017 wird das AKW in Südhessen abgerissen.

320°/dpa

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